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Zum ersten Mal in der Krise hat auch Deutschland eine private Bank teilverstaatlicht. Damit will der Bund Stabilität im Bankensektor schaffen. Aber welche Auswirkungen hat der staatliche Eingriff auf Kunden und Mitarbeiter, auf Steuerzahler und Aktionäre des Unternehmens? Wir geben Antworten.
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Was ändert sich für Privatkunden?
Private Anleger sind am wenigsten betroffen. „Die Anlagen waren auch zuvor vom Staat garantiert“, erklärt Bankexperte Kayser.
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Was kommt auf die Steuerzahler zu?
Jeder Bundesbürger hat durch den Eingriff umgerechnet 3,6 Aktien der Commerzbank erworben. Diese insgesamt 295 Millionen Aktien kann der Staat vielleicht irgendwann mit Gewinn verkaufen. Mit den bereits gewährten stillen Einlagen hat der Bund aber 18,2 Milliarden Euro in die Bank investiert. Das macht umgerechnet für jeden Bürger 222 Euro – vom Säugling bis zum Greis.
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Was bedeutet die Intervention für Aktionäre?
Der Staat versucht durch seine Geldspritze, das Banken- und Finanzsystem zu stabilisieren. Das bewerten Aktionärsschützer positiv: „Damit werden die größten Probleme der Commerzbank ausgeräumt“, sagt Marco Cabras (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz). Die Dividende für die Aktionäre werde zwar in nächster Zeit ausfallen. Dennoch werde die Stabilisierung der Bank den Nachteil für die Anleger ausgleichen, so Cabras. Allerdings ging der Börsen-Sturzflug gestern weiter.
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Was erwartet die Mitarbeiter?
9000 Stellen, überwiegend aus der übernommenen Dresdner Bank, sollen gestrichen werden. Daran werde sich wohl auch durch den staatlichen Eingriff nichts ändern, heißt es. Der Bund werde tendenziell versuchen, die Zahl der abzubauenden Stellen möglichst zu begrenzen, schätzt Kayser.
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Was bedeutet der Staatseingriff für mittelständische Firmen?
Deutschlands Mittelstand hat am stärksten unter der Finanzkrise zu leiden. Viele kleinere und mittlere Unternehmen erhalten von ihren Hausbanken kaum noch Kredit. Für sie ist die Teil-Verstaatlichung der Commerzbank ein positives Signal. „Die Commerzbank wird künftig offensiver in der Kreditvergabe sein“, sagt Olaf Kayser, Bankanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).
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Warum profitieren die Firmen?
Die Commerzbank hat nach der Beteiligung des Bundes eine deutlich bessere Eigenkapitalausstattung. Das erleichtert die Kreditvergabe grundsätzlich. Die Banken müssen jeden Kredit mit einem bestimmten Prozentsatz an Eigenkapital unterlegen. Je mehr sie davon haben, umso mehr können sie folglich auch verleihen.
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Was wird aus dem Investmentbanking der beiden Häuser?
Diese einstige Königsdisziplin werde stark beschnitten, sagen Experten. „Das Investmentbanking wird sich stärker an den Bedürfnissen des Mittelstandes orientieren, etwa mit Geschäften wie Währungsabsicherung“, sagt LBBW-Analyst Kayser.