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Werner Baumann
Der neue Bayer-Chef – Evolution statt Revolution

Der neue Bayer-Chef Werner Baummann - Evolution statt Revolution
Werner Baumann übernimmt am 1. Mai bei Bayer. FOTO: Bayer AG
Leverkusen. Am 1. Mai übernimmt Werner Baumann das Steuer bei dem Pharmakonzern. Der Krefelder will rasch aus der Chemietochter Covestro aussteigen und Bayer weiter auf Innovationen trimmen. Zur Jobgarantie bis 2020 steht er. Von Antje Höning

In drei Wochen übergibt Marijn Dekkers den Staffelstab an Werner Baumann. Den wird der Niederländer, wie es bei Bayer üblich ist, mit einem Zettel versehen, auf dem gute Wünsche für den Nachfolger stehen. Doch Mitarbeiter und Anleger müssen nicht fürchten, dass Baumann nun alles anders macht. "Bayer wird sich nicht radikal ändern, es bleibt bei Evolution statt Revolution", sagte der Krefelder, der sein gesamtes Berufsleben bei dem Dax-Konzern verbracht hat und seit sechs Jahren im Vorstand ist.

"Mehr Innovation, weniger Administration bleibt unser Thema", so Baumann. Mit dieser Ansage hatte einst auch Dekkers als Bayer-Chef angefangen – und kurz darauf den Abbau von 4500 Stellen verkündet. Das hat Baumann nicht vor: Der Konzern habe heute eine "sehr performante Organisation", so seine Lieblings-Vokabel.  Aber natürlich müsse stets auf Effizient geschaut werden. Klar sei aber auch: Er stehe zum Beschäftigungssicherungsvertrag, nachdem es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

Direkt nach dem Studium ging es zu Bayer

Baumann, der als Sohn eines Krefelder Bäckermeisters geboren wurde, hat im heimischen Geschäft erste unternehmerische Erfahrungen gesammelt. "Wenn Not am Mann war, mussten meine Schwester und ich mit ran und Brot verkaufen." Eine Allergie verhinderte, dass er selbst Bäcker wurde. Heute gibt es die Bäckerei nicht mehr. Dass er einmal mehr als kleine Brötchen backen, sondern Deutschlands wertvollsten Konzern führen wird, hat er sich nicht träumen lassen.

Nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium in Aachen und Köln, ging er direkt zu Bayer. Unter anderem war er zwölf Jahre für den Konzern in Spanien, spricht Englisch und Spanisch fließend. Der weiche rheinische Akzent ist geblieben. Sein Gesellenstück war die Integration von Schering in den Konzern, hier fiel er auch dem damaligen Chef Werner Wenning auf. Heute wohnt der 53-Jährige mit seiner Familie (er hat drei Söhne und eine Tochter) wieder in Krefeld.

Primadonnen, ist Baumann überzeugt, passten nicht zu Bayer

Baumann ist entspannt und  ohne Allüren. Einen Dienstwagen hat er nicht, nutzt allenfalls die Fahrbereitschaft des Konzerns. "Ich habe eine Leidenschaft für ältere Autos: BMW Z3, Golf GTI, Mercedes. Regelmäßig fahre ich auch selbst zur Arbeit."  Primadonnen, da ist Baumann überzeugt, passten weiterhin nicht zu Bayer. Dennoch wird der Leverkusener Konzern unter ihm nicht stehen bleiben: Schnell will Baumann die Beteiligung an der Chemietochter Covestro unter 50 Prozent senken. Die Haltefrist, die Bayer zugesagt hatte, ist vor wenigen Tagen abgelaufen. Ab jetzt darf der Konzern nach Belieben Covestro-Aktien verkaufen.  "In 18 bis 24 Monaten wollen wir aussteigen", sagt Baumann.

Dann wird Bayer zum reinen Life-Science-Konzern mit den drei Divisionen Pharma (innovative Medikamente), verschreibungsfreie Präparate (OTC-Geschäft, mit Marken wie Bepanthen und Aspirin) so wie Pflanzenschutz (Crop Science). Stets will Bayer zu den Marktführern aufschließen oder Marktführer bleiben. "Crop Science bleibt Kerngeschäft", betont Baumann.

Für die kleine Sparte Tiergesundheit will er das nicht sagen. Entweder gelinge es, das Geschäft strategisch zu verstärken (also durch Zukäufe zu vergrößern) – oder Bayer werde sich trennen.  "Der Bayer-Umbau ist kein Sprint, sondern ein Marathon", sagte Baumann, wenngleich er selbst das typische Manager-Hobby Laufen nicht pflegt. Er ist stattdessen leidenschaftlicher Handwerker. "Außer Elektro kann ich alles am Haus", sagt er. Nun muss er zeigen, dass er auch das Bayer-Haus in Schuss halten kann.

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