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Serie: Ratgeber Geld: Der Siegeszug des Plastikgeldes

VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 16:11

(RP). In den USA wird längst mehr mit Kreditkarte als bar gezahlt. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Karten von Mastercard und Visa Jahr für Jahr. Was sie kosten, wie sicher die Karten sind und für wen der Kurzfristkredit wirklich lohnt.

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Die Kreditkarte hat Geschichte. Erstmals erwähnt wurde sie schon 1887 im Science Fiction-Roman "Looking Backward". Aus der Sicht des Autors zahlen die Menschen im Jahr 2000 mit einer Karte, und das Geld wird vom Konto automatisch abgebucht – sehr nah an der heutigen Wirklichkeit. Die erste reale Kreditkarte gab dann 1914 die Gesellschaft Western Union in den USA heraus. Den Durchbruch bei universell einsetzbaren Bezahlkarten wiederum schaffte als erster Diners Club – heute vor 60 Jahren.

Ob an der Tankstelle, beim Kauf im Internet oder als Bargeldersatz auf der Fernreise – Kreditkarten sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir geben Tipps zu Kosten und Sicherheit.

Wie funktioniert eine Kreditkarte?

Beim Kauf legt der Kunde seine Plastikkarte vor und unterschreibt einen Beleg. Die Rechnung wird von der Kreditkartengesellschaft beglichen. Der Kunde bekommt zu einem festen Zeitpunkt im Monat eine Rechnung, bei dem alle via Kreditkarte bezahlten Beträge abgebucht werden. Er hat den Vorteil, kein Bargeld horten zu müssen, und bekommt stattdessen von seiner Bank oder Kartengesellschaft einen meist zinslosen Kredit. Der Händler erhält sein Geld unabhängig von der Bonität des Käufers, muss dafür aber eine relativ hohe Gebühr an die Kartengesellschaft entrichten.

Wer bietet Kreditkarten an?

In Deutschland gibt es heute mehr als 24 Millionen Kreditkarten. Rund 23 Millionen davon kommen von den Marktführern Visa und Mastercard (früher Eurocard). Welche Kosten auf den Kunden zukommen, bestimmt indes immer eine Bank, häufig in Kooperation mit einem anderen Unternehmen, zum Beispiel Fluggesellschaften.

Muss die Kreditkarte von der Hausbank sein?

Die Kreditkarte bei der Bank zu bestellen, bei der man auch sein Girokonto unterhält, kann Vorteile haben, ist aber nicht zwingend erforderlich. Das ist nur dann die beste Alternative, wenn die Hausbank ihren Kunden eine kostenlose Karte offeriert. Kunden sollten grundsätzlich die Angebote anderer Anbieter prüfen. Häufig können besondere Leistungen für spezielle Kundengruppen Vorteile bieten. So bieten beispielsweise Barclay und Landesbank Berlin eine Rückerstattung von zwei Prozent der Tankstellen-Umsätze an.

Preis oder Leistung?

Die Entscheidung hängt vom persönlichen Kaufverhalten ab. Wer seine Kreditkarten nur gelegentlich einsetzt, sollte vor allem auf eine niedrige Jahresgebühr achten. Die Stiftung Warentest hat kostenlose Angebote der KarstadtQuelle-Bank und der HypoVereinsbank getestet, die nicht an ein Girokonto gebunden sind. Bei häufigen Auslandseinsätzen empfehlen die Warentester exemplarisch die Kreditkarten von DKB und Comdirect Bank, die zusätzlich kostenlose Bargeldabhebungen weltweit ermöglichen.

Wie hoch sind die Gebühren?

Zusätzlich zur Jahresgebühr, die zwischen null und 90 Euro beträgt, erheben die Kreditkartenanbieter oft eine Gebühr für Barabhebungen von zwei bis vier Prozent. Bei Zahlungen im Ausland werden, anders als bei EC-Karten, ein bis zwei Prozent Gebühren erhoben. Bei EC-Karten in der Europäischen Union ist dies untersagt. Für Zusatzkarten, beispielsweise für den Ehepartner, verlangten die Anbieter Gebühren zwischen null und 44 Euro, wie die Tester ermittelten.

Wer bekommt eine Kreditkarte?

Die Anbieter verlangen in der Regel ein Girokonto bei einer deutschen Bank. Minderjährige bekommen in Deutschland keine Kreditkarte. Die Kartenherausgeber prüfen die Kreditwürdigkeit der Kunden. Sie erfragen das monatliche Einkommen und prüfen den Schufa-Eintrag.

Wer haftet bei Schäden?

Falsche Buchungen sollten unverzüglich reklamiert werden, rät Warentest. Die Bank storniert diese Buchung dann. Bei Diebstahl haftet nach der Kartensperrung durch den Kunden das Geldinstitut. Vorher hat der Kunde eine Mithaftung, meist bis zu 50 Euro.

Quelle: RP

 
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