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Kritik von den Grünen
Deutlich mehr Rindertransporte über lange Distanz

Deutlich mehr Rindertransporte über lange Strecken
Rinder auf einer Weide (Archivfoto). FOTO: dpa, jbu aen hjb
Exklusiv | Berlin. Aus Deutschland werden immer mehr Rinder per Langstreckentransport in Staaten außerhalb der EU exportiert. Grüne und Tierschutzverbände üben scharfe Kritik an dem Geschäft. 

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Demnach wurden im vergangenen Jahr mehr als 81.000 Rinder und Kühe transportiert, 2016 waren es noch etwa 70.000. Gegenüber 2014 hat sich die Zahl sogar weit mehr als verdoppelt, damals wurden knapp 34.000 Tiere für die Zucht oder Schlachtung an EU-Drittstaaten verkauft.

Die zuletzt wichtigsten Abnehmerländer waren die Türkei (30.000 Rinder), Usbekistan (knapp 7000) sowie Marokko (rund 5000). Die mit Abstand meisten Rinder waren für die Zucht bestimmt.

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Grüne und Tierschutzverbände üben scharfe Kritik an dem Geschäft. "Bei so langen Transporten leiden die Tiere unter Hunger, Durst, Hitze und Erschöpfung", sagte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. "Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Moratorium für Langstreckentransporte auszusprechen, bis der Schutz der Tiere gewährleistet werden kann", sagte Ostendorff. Die EU müsse dafür sorgen, dass die geltende Verordnung eingehalten werde. "Das ist bisher zu oft nicht der Fall", sagte Ostendorff und fügte hinzu, Tiertransporte dürften nicht länger als acht Stunden dauern.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium teilte auf Anfrage mit, dass es wegen EU-rechtlicher Vorgaben nicht möglich sei, auf nationalem Wege Transporte zu verbieten, deren Ziele außerhalb der EU liegen. Gleichwohl sei das Ministerium der Auffassung, dass die Sicherstellung des Tierschutzes bei Transporten in das außereuropäische Ausland weiter verbessert werden könne. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte dazu in einem Interview mit unserer Redaktion erklärt, sie werde sich bei dem zuständigen EU-Kommissar künftig dafür einsetzen, nicht hinnehmbare Verhältnisse bei Tiertransporten zu beenden.

(jd)
 
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