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Bahncard- und Sparpreisnutzer profitieren
Die Bahn dreht an den Preisschrauben

Fotos: Das ist der neue ICE 4 der Deutschen Bahn
Fotos: Das ist der neue ICE 4 der Deutschen Bahn FOTO: dpa, bvj gfh
Berlin . Die Deutsche Bahn dreht, getrieben von einem aggressiven Wettbewerb, an mehreren - wenn auch kleinen - Preisschrauben. Vor allem Bahncard- und Sparpreisnutzer profitieren, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Insgesamt seien Bahntickets von Januar bis Mai bereits fünf Prozent günstiger geworden, sagte Fernverkehrs-Vorstandschefin Birgit Bohle. "Es war noch nie so günstig, mit der Bahn zu fahren wie heute." Alles deute auf einen Fahrgastrekord für 2016 hin. Auch der Umsatz sei gestiegen - liege derzeit aber dennoch hinter den Erwartungen. Nähere Angaben auch zum Ertrag machte die Fernverkehrs-Chefin zunächst nicht. Jetzt müsse das Ziel sein, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern, betonte sie.

Das will die Bahn mit mehreren kleinen Preisanpassungen, die Stammkunden binden und neue Fahrgäste auf die Schiene locken sollen:

19-EURO-SPARPREISE: Unterm Strich sei die Aktion mit reduzierten Sparpreisen für den Umsatz positiv, sagte Bohle. Sie werde noch einmal verlängert, diesmal bis zum Ende der Sommerferien Mitte September. Vor allem junge Bahnfahrer nutzen die Tickets. 40 Prozent hätten angegeben, sonst Fernbus gefahren zu sein.

IM VORAUS BUCHEN: Sparpreise soll man ab Jahresende auch im Internet ein halbes Jahr vor der Reise buchen können. Das ist bisher nur im Reisezentrum möglich.

RABATT MIT BAHNCARD 50: Die 1,3 Millionen Besitzer einer Bahncard 50 bekommen ab August auf Sparpreise zusätzlich 25 Prozent Rabatt. Das galt bisher nur für Inhaber einer Bahncard 25. Für die Kunden sei das immer unverständlich gewesen, sagte Bohle. Jetzt sei sicher, dass man mit Bahncard 50 auch immer zum günstigsten Preis reise.

PREISSENKUNG BEI BAHNCARD FÜR JUNGE LEUTE: Menschen unter 26 Jahren zahlen für ihre Bahncard 50 künftig nur noch 69 Euro (statt bisher 127 Euro).

TICKETKAUF IM ZUG: Wird teurer. Der Bordzuschlag steigt von 7,50 auf 12,50 Euro. Das betreffe aber nur rund ein Prozent der Kunden, die ihr Ticket beim Schaffner lösten. Die Bahn wolle so Handy-Tickets stärken und mehr Zeit für den Service im Zug gewinnen, sagte Bohle.

RESERVIERUNGEN IN DER 1. KLASSE: Viele Alleinreisende in der ersten Klasse reservierten mehr als einen Sitz, sagte Bohle. Um das zu vermeiden, wird die Gebühr von 4,50 auf 5,90 Euro angehoben.

MARKTTESTS: Ab August testet die Bahn zudem weitere Änderungen wie günstigere Bahncards für Reisende ab 60 Jahren, Partnerangebote bei der Probebahncard und auf zwei Strecken unterschiedliche Preise, je nachdem wie stark ein Reisetag gebucht ist.

(felt/dpa)
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