Eigener Tarifvertrag gefordert: Deutsche Bahn: Lokführer drohen mit Streiks
zuletzt aktualisiert: 23.05.2007 - 14:45Berlin (RPO). Möglicherweise wird ab Juli bei der Deutschen Bahn bundesweit gestreikt. Falls die Deutsche Bahn Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) über einen eigenen Tarifvertrag für rund 30 000 Lokführer und Zugbegleiter weiter ablehne, werde es noch in der ersten Juliwoche einen Arbeitskampf geben, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell am Mittwoch in Berlin.
Die Friedenspflicht endet am 30. Juni. Unterstützung für seine Forderung erhielt Schell von rund 1100 Lokführern und Zugbegleitern bei einer anschließenden Protestkundgebung.
Bereits im März hat die Gewerkschaft dem Konzern ihre Forderungen zukommen lassen. Die GDL fordert in dem eigenen so genannten Fahrpersonaltarifvertrag Anfangsentgelte für Lokführer von monatlich 2500 Euro brutto. Derzeit verdienten die Zugfahrer lediglich zwischen 1970 und 2142 Euro.
Zugbegleiter sollten monatlich mindestens 2180 Euro erhalten. Bislang liege die Bezahlung hier zwischen 1775 und 1884 Euro. Die Forderung begründete Schell damit, dass die Bezahlung bislang "völlig unangemessen" sei. Seit 1994 hätten die Lokführer zudem Reallohnverluste von rund zehn Prozent hinnehmen müssen.
Die Deutsche Bahn wies die Forderung erneut zurück. Ein eigener Spartentarifvertrag sei nicht umzusetzen, sagte Personalvorstand Margret Suckale am Mittwoch in Berlin. Eine Spaltung der Belegschaft durch die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag, der eine spezielle Berufsgruppe bevorzugen will, werde abgelehnt.
Sie wies darauf hin, dass die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA für rund 134 000 Bahn-Beschäftigte derzeit sieben Prozent höhere Entgelte fordern. Die GDL wolle hingegen bis zu 31 Prozent höhere Einkommen.
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