Strafanzeige wegen Lohndumping: Deutsche Bahn setzt Billigkräfte aus Osteuropa ein
zuletzt aktualisiert: 16.01.2010 - 10:24München (RPO). Der Deutschen Bahn droht ein neuer Skandal: Beim Winterdienst sind Billigarbeiter aus Osteuropa in noch unbekannter Zahl eingesetzt worden. Laut einem Medienbericht seien diese bei überlangen Arbeitszeiten mit Dumpinglöhnen abgespeist worden.
Gegen einen Subunternehmer sei deshalb Strafanzeige erstattet worden. Während die Bahn "wenige Einzelfälle" im Raum Berlin/Brandenburg einräumt, spricht der Verein Mobifair von einer "weit größeren Dimension." Es lägen "klare Hinweise vor, dass es nicht nur beim Winterdienst deutlich mehr Fälle von Lohndumping gibt als die Bahn zugibt", sagte Mobifair-Vorsitzender Karl-Heinz Zimmermann der "Süddeutschen Zeitung". Der gewerkschaftsnahe Verein setzt sich für saubere Geschäfte und faire Arbeitsbedingungen in der Mobilitätsbranche ein.
Ein Bahn-Sprecher bestätigte dem Blatt, dass vor wenigen Tagen Osteuropäer festgestellt wurden, die im Berliner Umland Waggons reinigten und auf Bahnhöfen Schnee schippten. Zur Zahl der Betroffenen und deren Verdienst machte er keine Angaben. Er sagte lediglich, es habe "Verstöße gegen das Arbeitnehmer-Entsendegesetz und Arbeitsschutzbestimmungen gegeben."
So trugen die mutmaßlich bulgarischen Billigarbeitnehmer nach Informationen der Zeitung selbst bei Tätigkeiten im unmittelbaren Gleisbereich nicht die vorgeschriebenen leuchtenden Sicherheitswesten. Die meisten hätten auch kein Deutsch gesprochen, weshalb fraglich sei, ob sie die vorgeschriebenen Sicherheitsbelehrungen erhalten und verstanden hätten.
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