Gehälter-Studie: Deutsche-Bank-Chef Ackermann verdient am meisten
zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 - 17:52Frankfurt/Main (RPO). Die sprudelnden Gewinne deutscher Konzerne haben sich im vergangenen Jahr auch für die Topmanager ausgezahlt. Die Chefs der 30 Dax-Unternehmen verdienten mit durchschnittlich 3,4 Millionen Euro gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Laut einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit 13,2 Millionen Euro der Spitzenverdiener. Danach folgten SAP-Boss Henning Kagermann und Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Schlusslicht unter den 30 Dax-Vorstandschefs war Tui-Chef Michael Frenzel mit knapp zwei Millionen Euro.
Das durchschnittliche Salär der übrigen Vorstände kletterte demnach ebenfalls um knapp acht Prozent auf 1,9 Millionen Euro. Damit lagen die deutschen Manager etwa auf gleicher Höhe wie ihre französischen oder britischen Kollegen. Wie in den vergangenen Jahren zahlte die Deutsche Bank auch ihren übrigen Topmanagern mit im Schnitt 3,7 Millionen Euro das höchste Gehalt. Dahinter folgten der Handelskonzern Metro, deren Chefetage mit einem Plus von 60 Prozent auch den größten Gehaltssprung machte, sowie der Versicherungskonzern Allianz.
Die Vorstände des Chipherstellers Infineon landeten mit gut 923.000 Euro Jahresverdienst am Ende der Rangliste hinter der Lufthansa und der Postbank. Die größten Gehaltseinbußen mit einem Minus von 47 Prozent mussten die Manager von DaimlerChrysler hinnehmen, trotz guter Zahlen des Unternehmens. Über steigende Gehälter trotz schlechterer Ergebnisse konnten sich dagegen unter anderem die Vorstände der Deutschen Post und Deutschen Telekom freuen.
DSW-Hauptgeschäftführer Ulrich Hocker forderte mehr Transparenz und Mitbestimmung für die Aktionäre. Als Eigentümer der Firmen hätten Anteilseigner auch ein Recht, zu erfahren, wie hoch die aktienbasierte Vergütung oder die Pensionszusagen seien. "Die Vergütungen müssen der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden", sagte Hocker. Auch EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy habe hier Nachholbedarf angemahnt. Rühmliche Ausnahmen seien England oder Holland, wo die Aktionäre über die Vorstands-Vergütung abstimmten.
Seit diesem Jahr müssen erstmals alle 30 im Dax notierten Unternehmen die Gehälter ihrer Vorstände einzeln offen legen. Lediglich der Darmstädter Pharmakonzern Merck hat sich der Transparenz durch einen Beschluss der Eigentümer entzogen. Denn eine Hintertür im Gesetz erlaubt, die Gehälter zu verschweigen, wenn 75 Prozent der auf der Hauptversammlung vertretenen Stimmen dies beschließen. Da Merck zum Großteil im Familienbesitz ist, war dies unproblematisch. Auch der Sportwagenbauer Porsche und Autovermieter Sixt wahren auf diese Weise weiterhin das Geheimnis ihrer Vorstandsgehälter.
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