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Acht Milliarden Euro
Deutsche Bank kündigt Kapitalerhöhung an

Deutsche Bank kündigt Kapitalerhöhung an: Verkauf von neuen Aktien soll acht Milliarden Euro bringen
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. FOTO: rtr
Frankfurt/Main. Die Deutsche Bank stärkt ihre Kapitaldecke. Über den Verkauf neuer Aktien will das größte Geldhaus der Republik rund acht Milliarden Euro einnehmen, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung verkündete.

Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger gegen Krisen ist sie. Ein Teilbörsengang der Vermögensverwaltung innerhalb der nächsten zwei Jahre und Veräußerungen sollen weitere zwei Milliarden Euro auf Kapitalseite einbringen.

Der Schritt geht mit neuen strategischen Weichenstellungen einher: Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter Postbank zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden. Die kombinierte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland haben, hieß es. Ein detaillierter Plan für den Zusammenschluss soll im Laufe des Jahres präsentiert werden.Gleichzeitig soll der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management - bei Publikumsfonds bekannt unter DWS Investments - zu einem kleinen Teil an die Börse gebracht werden, um frisches Geld in die Kasse zu spülen. Geplant ist, den Börsengang innerhalb von zwei Jahren über die Bühnen zu bringen

Schon am Freitag hatte sich abgezeichnet, dass die Deutsche Bank die Investoren um frisches Geld bitten wird. Die Aktie war auf der Handelsplattform Tradegate bis zum späten Freitagabend auf 18,20 Euro gefallen. Vor ersten Medienberichten über eine mögliche Kapitalerhöhung hatte das Papier am Nachmittag noch 19,59 Euro gekostet - ein Absturz um sieben Prozent.

Mini-Dividende für die Aktionäre

Aber: Die Aktionäre der Deutschen Bank dürfen sich für das vergangene Jahr doch über eine Dividende freuen. Allerdings wird sie vergleichsweise niedrig ausfallen. Erst für das Jahr 2018 rechnet Vorstandschef John Cryan wieder mit einer attraktiven Dividende, wie er am Sonntag in einer Telefonkonferenz sagte.

Auf der kommenden Hauptversammlung im Mai solle eine Ausschüttung von 19 Cent je Aktie für das vergangene Jahr beschlossen werden, erklärte die Deutsche Bank. Ursprünglich hatte Cryan die Dividende streichen wollen angesichts der hohen Belastungen durch teure Rechtsstreitigkeiten.

Für das Jahr 2017 verspricht Cryan eine Dividende von mindestens 11 Cent je Aktie. Zum Vergleich: Für die Jahre 2009 bis 2014 hatte die Deutsche Bank eine stabile Dividende von 75 Cent je Anteilsschein gezahlt, vor der Finanzkrise noch deutlich höhere Beträge.

(felt/REU/dpa)
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