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12.000 Mitarbeiter von Kehrtwende betroffen: Deutsche Bank kürzt Boni für Manager

VON MICHAEL BRAUN UND GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 21:56

Frankfurt/M. (RP). 12.000 Mitarbeiter des Konzerns sollen ab 2010 mehr Fixgehalt und weniger Sonderzahlungen bekommen. Damit vollzieht die Bank eine Kehrtwende in der Manager-Entlohnung.

Mit einem neuen Vergütungssystem will die Deutsche Bank den Forderungen der G20-Staaten und der deutschen Finanzaufsicht Bafin nachkommen. Künftig sollen viele Mitarbeiter des Konzerns höhere Grundgehälter bekommen. Dagegen sollen die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile zeitlich gestreckt werden. Unter dem Strich soll nicht mehr gezahlt werden als vorher. Das feste Gehalt könne in Einzelfällen um 30 Prozent steigen, in der Regel sollten es eher zehn bis 15 Prozent sein, hieß es gestern in Bankenkreisen.

Die Finanzaufsichtsbehörde und die G20 hatten wegen der Folgen der Finanzkrise die Banken aufgefordert, Fixgehälter und Boni ausgewogener zu gestalten. Die Sonderzahlungen gelten als eines der Probleme, die die Finanzkrise ausgelöst haben, weil viele Banker mit der Aussicht auf entsprechende Provisionen hochriskante Geschäfte getätigt hatten.

Erfolgsboni werden über Jahre gestreckt

In Deutschland ist ein Bundesgesetz im Gespräch, das es der Bafin erlauben soll, Managern künftig die Boni zusammenzustreichen. Die Deutsche Bank selbst hat bereits angekündigt, dass sie Erfolgsboni über mehrere Jahre strecken will. So soll der Bonus gekürzt werden können, wenn sich zum Beispiel drei Jahre nach einem scheinbar guten Geschäft erhebliche Risiken aus diesem Geschäft herausstellen.

Der Finanzwissenschaftler Wolfgang Gerke bezeichnete die neue Vergütungsstruktur im Gespräch mit unserer Zeitung als richtigen Weg. Dem Vernehmen nach will Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Pläne am Donnerstag nächster Woche der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Bank selbst wollte sich zu ihrer Kehrtwende gestern nicht äußern. Sie teilte nur mit, sie überarbeite „ihr Vergütungssystem laufend und orientiert sich dabei an den Prinzipien Leistungsorientierung, Nachhaltigkeit und den regulatorischen Anforderungen”. Dabei werde auch darauf geachtet, dass die Bank „im Hinblick auf den Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleibt”.

Offenbar soll das neue Gehaltsgefüge zunächst nicht für den Vorstand der Deutschen Bank gelten. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch im Führungsgremium die Bezahlung verändert werde, hieß es gestern im Umfeld der Bank. Das müsste aber der Aufsichtsrat entscheiden.


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