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Rendite bei 25 Prozent: Deutsche Bank macht 1,2 Milliarden Gewinn

zuletzt aktualisiert: 28.04.2009 - 07:55

Frankfurt/Main (RPO). Die Deutsche Bank hat den Vertrag mit Josef Ackermann um drei Jahre verlängert. Begründung: Der Manager habe das Unternehmen erfolgreich durch die Krise geführt. Am Morgen folgten die dazu passenden Zahlen: ein Plus von 1,2 Milliarden Euro im ersten Quartal. Das Unternehmen liegt damit auf Kurs: Ackermann hatte zur Empörung vieler Kritiker eine Rendite von 25 Prozent vorgegeben.

Wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte, betrug das Ergebnis pro Aktie 1,92 Euro. Die Erträge von 7,2 Milliarden Euro lagen um 56 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Die Zahlen lagen deutlich über den Erwartungen von Analysten.

Die erfolgreichen Zahlen erwirtschaftete das Geldinstitut vor allem im Bereich Investmentbanking. Die als stabil gehandelten Geschäftsfelder wie der Bereich Privat- und Firmenkunden sowie die Vermögensverwaltung blieben nur knapp in den schwarzen Zahlen.

Im ersten Jahresviertel 2009 sei die Deutsch Bank auch ihrer Zielvorgabe einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent wieder sehr nahe gekommen, erklärte Ackermann. Zwischen Januar und März sei eine Quote von knapp 22 Prozent erzielt worden. Die Eigenkapitalrendite beschreibt die Verzinsung, die sich auf das von den Aktionären eingesetzte Eigenkapital ergibt.

Ackermann sprach von einem "Schlüsselquartal für die Deutsche Bank". Allerdings müsse das Institut mit anhaltenden Schwierigkeiten rechnen. Die Deutsche Bank werde aber nicht nur in der aktuellen Krise bestehen, sondern mittelfristig stärker als zuvor daraus hervorgehen, erklärte Ackermann.

Schwierige Zeiten

Der Vorstandsvorsitzende erklärte, die Deutsche Bank habe einmal mehr Stärke in der Finanzkrise demonstriert und ihre Ertragskraft bewiesen. "Was die weiteren Aussichten angeht, müssen wir mit anhaltenden Schwierigkeiten in unserem Geschäft rechnen", sagte Ackermann. Die Deutsche Bank werde aber "nicht nur in der aktuellen Krise bestehen, sondern mittelfristig stärker als zuvor daraus hervorgehen".

Am Montagabend hatte die Deutsche Bank überraschend mitgeteilt, dass der Vertrag mit Ackermann um drei Jahre verlängert wird. Aufsichtsratschef Clemens Börsig sagte, Ackermann habe die Bank strategisch gut aufgestellt und erfolgreich durch die Krise geführt. "Der Leistungsausweis der Bank für das erste Quartal 2009 ist ein eindrucksvoller Beleg dafür", sagte Börsig. Die Vertragsverlängerung sei eine Anerkennung für Ackermann und stelle die Kontinuität in der Führung der Bank sicher.

Viel Kritik an Ackermann

Im ersten Quartal des Vorjahres hatte die Krise an den Finanzmärkten der Bank den ersten Quartalsverlust seit fünf Jahren beschert. Im Gesamtjahr 2008 verzeichnete die Deutsche Bank den höchsten Verlust seit ihrer Neugründung 1957. Er belief sich auf 3,9 Milliarden Euro.

Bankchef Ackermann hatte schon vor Jahren die 25-Prozent-Rendite als Zielmarke für seine Bank ausgegeben. Sie sei Maßstab dafür, was nur die besten Banken der Welt erreichen können, sagte Ackermann in einem Interview. Für diese Zielvorgabe war er massiv kritisiert worden. Tenor: Der Manager habe keine Lehren aus der Finanzkrise gezogen.

Noch an diesem Dienstag am CSU-Generalsekretär kritisierte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Mit der Aufrechterhaltung des Renditeziels von 25 Prozent trotz Wirtschaftskrise spreche er "die Sprache eines Unbelehrbaren", sagte Dobrindt der "Passauer Neuen Presse". "Die Banken haben eine besondere Verantwortung in der Krise", sagte Dobrindt. Eine ausreichende Kreditversorgung für den Mittelstand und Sicherheit für die Arbeitsplätze seien "wichtiger als unrealistische Renditeziele durchzupeitschen".

Deutsche-Bank-Chef Ackermann habe "die Zeichen der Zeit nicht erkannt". Dobrindt forderte: "Das notwendige Umdenken in den Banken-Chefetagen muss endlich einsetzen, dass die Hetzjagd nach Renditerekorden eine der Hauptursachen für die jetzige Krise ist."

Am Aktienmarkt wurden die Zahlen der Bank positiv gewertet. Zusammen mit der Verlängerung des Vertrages von Ackermann sei der Gesamteindruck durchweg gut, sagte ein Händler. Die Auswirkung auf den Kurs der Deutsche-Bank-Aktien sei jedoch schwer einzuschätzen, hieß es. Bis 10.00 Uhr verlor das im DAX gelistete Papier in einem sehr schwachen Umfeld 6,1 Prozent auf 40,62 Euro.

Quelle: AP

 
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