Milliardengewinne im dritten Quartal: Deutsche Bank verkauft Daimler-Anteile
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 11:11Frankfurt/Main (RPO). Die Deutsche Bank hat ihre jahrzehntelange Beteiligung am Stuttgarter Autobauer Daimler gekappt. Das Institut verkaufte seine restlichen Daimler-Aktien im dritten Quartal komplett, was ihm einen Sondergewinn von 110 Millionen Euro in die Kassen spülte, wie die Bank am Donnerstag mitteilte.
Das Geldinstitut hatte die Beteiligung an Daimler in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert, zum Ende des zweiten Quartals 2009 hielt sie noch 0,9 Prozent. Aktienbeteiligungen an der Allianz und an Linde hatte die Bank bereits vor längerem abgestoßen.
Die Kapitalverbindung von Deutscher Bank und Daimler war einer der wichtigsten Bausteine der sogenannten "Deutschland AG". Der frühere Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper war lange auch Aufsichtsratschef von DaimlerChrysler. Die engen Verflechtungen zwischen deutschen Banken und Großunternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren weitgehend aufgelöst.
Milliardengewinn im dritten Quartal
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal einen Milliardengewinn verbucht. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich für den Zeitraum von Juli bis September auf 1,4 Milliarden Euro.
Mit dieser Summe liegt der Gewinn mehr als drei Mal so hoch wie der Vergleichswert von 414 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In den ersten neun Monaten 2009 lag der Gewinn nach Steuern demnach bei 3,6 Milliarden Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 918 Millionen Euro gewesen.
Vorstandschef Josef Ackermann erklärte, alle Geschäftsbereiche seien im dritten Quartal profitabel gewesen. Die Deutsche Bank habe "ihre Widerstandsfähigkeit in einem außergewöhnlich schwierigen Umfeld bewiesen und ist zweifellos gestärkt aus der Krise hervorgegangen". Bereits im zweiten Quartal hatte vor allem das Investmentbanking dem Institut einen kräftigen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro beschert.
Mehr Boni für Mitarbeiter
Die Bank greift für ihre Mitarbeiter im laufenden Jahr wieder deutlich tiefer in den Bonustopf. Vor allem weil angesichts steigender Gewinne voraussichtlich höhere leistungsabhängige Vergütungen fällig würden, stieg der Personalaufwand der größten deutschen Bank im dritten Quartal um 47 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.
In den ersten neun Monaten des Jahres war der Personalaufwand der Deutschen Bank mit fast neun Milliarden Euro beinahe so hoch wie im gesamten Jahr 2008 (9,6 Milliarden Euro), obwohl die Mitarbeiterzahl Ende September mit 78.530 um drei Prozent geringer war als vor Jahresfrist.
Das anziehende lukrative Geschäft mit Kapitalemissionen und die geringere Konkurrenz lassen die Gewinne im Investmentbanking weltweit sprudeln. Im Vergleich zu großen US-Investmentbanken fallen die Boni bei der Deutschen Bank aber mager aus. Morgan Stanley hat für die Leistungszulagen für dieses Jahr 11,9 Milliarden Dollar zurückgelegt, Goldman Sachs sogar mehr als 20 Milliarden Dollar.
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