Vertrag ist bereits unterzeichnet: Deutsche Bank verkauft Immobilien für eine Milliarde Euro
zuletzt aktualisiert: 24.11.2003 - 14:11Frankfurt/Main (rpo). Die Deutsche Bank verkauft einen Teil ihres Immobilienbesitzes im Wert von einer Miliarde Euro an einen Finanzinvestor. Verkauft werden 51 Büro- und Bankgebäude in neun Ländern.
Der Vertrag mit der Blackstone Group zur Veräußerung von überwiegend selbst genutzten Immobilien in Europa sei bereits unterzeichnet worden, teilte das Kreditinstitut am Montag in Frankfurt mit. Aus der Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert mache die Bank bei dem Geschäft einen Verlust von etwa 100 Millionen Euro, sagte ein Sprecher auf Anfrage.
Die Deutsche Bank trennt sich damit von weiteren Vermögenswerten, die nicht zum Kerngeschäft des Geldhauses zählen. Zu dem Paket zählen 51 Büro- und Bankgebäude in neun Ländern. Der genaue Kaufpreis liegt bei 1,04 Milliarden Euro. Die Bank werde den größten Teil der Gebäude mittel- und langfristig als Mieter weiter nutzen. Die 1984 erbauten Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt zählen nicht zu den Verkaufsobjekten, sie gehören nach Angaben eines Sprechers einem geschlossenen Immobilienfonds.
Zwei Drittel der Gebäude, darunter auch Filialen, liegen in deutschen Großstädten, der Rest verteilt sich auf europäische Metropolen. Der Verkauf soll Ende des Jahres durchgeführt werden. Die in New York ansässige Blackstone Group hat bisher in Immobilienfonds im Wert von zusammengerechnet 16 Milliarden Dollar (13,6 Mrd Euro) investiert.
Gebundenes Kapital freisetzen
"Wir wollten gebundenes Kapital freisetzen zu einer Zeit, von der wir glauben, dass sie die richtige ist", sagte der Deutsche-Bank- Sprecher. Ein weiterer Rückgang der Immobilienpreise sei nach Einschätzung der Bank nicht auszuschließen. Außerdem könne der eigene Platzbedarf künftig flexibler angepasst werden. "Wir prüfen weitere Möglichkeiten, das verbleibende Immobilien-Portfolio abzubauen", sagte der zuständige Deutsche-Bank-Manager Axel Wieandt. Im Februar 2003 hatte das Geldinstitut bereits zwei Gebäude in London und eine Immobilienbeteiligung verkauft. Mit der Bewirtschaftung von Bürogebäuden wurde Ende 2002 ein externer Dienstleister beauftragt.
Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte in der vergangenen Woche in einem Interview betont, dass die Bank mit Beteiligungen und Immobilien eine negative Rendite von fünf Prozent pro Jahr erziele. In dem Bereich seien 20 Prozent des Eigenkapitals gebunden. Das Kreditinstitut hält unter anderem noch Anteile an DaimlerChrysler, Linde und der Allianz.
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