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Gebäude soll abgerissen werden
Deutsche Bank verklagt Allianz, Axa und New York

New York (rpo). Die Deutsche Bank hat US-Tochterfirmen der Allianz und der französischen AXA verklagt. Die Klage soll erreichen, dass ein Gebäude, das bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schwer beschädigt wurde, abgerissen wird.

Das Unternehmen reichte beim obersten New Yorker Landgericht eine Klage auf Schadenersatz gegen die Versicherungen ein, wurde am Montag mitgeteilt. Auf Schadenersatz in ungenannter Höhe habe die Bank im Dezember 2002 aber auch die Stadt New York verklagt, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe des zerstörten World Trade Centers.

Die Deutsche Bank will mit ihrer jüngsten Klage erreichen, dass das Gebäude abgerissen werden muss. Die beiden Versicherungen sollten Schadenersatz zahlen, einschließlich der Abrisskosten. Das Gebäude kann hingegen nach Ansicht der Versicherungen repariert, gesäubert und von der Deutsche Bank wieder bezogen werden. Die Bank habe nicht mehr als 500 Millionen Dollar verloren. Dies berichtete die "New York Times" am Dienstag.

Mit Chubb und Zurich geeinigt

Die Bank hatte sich bereits mit den Versicherungsgesellschaften Chubb und Zurich, die insgesamt 50 Prozent des Versicherungsschutzes für das Gebäude an der Liberty Street tragen, auf einen Vergleich in Höhe von 530 Millionen Dollar (469,1 Mio Euro) geeinigt, berichtete das "Wall Street Journal". Die Bank sei bereit, sich mit allen Versicherungen für insgesamt 1,05 Milliarden Dollar zu vergleichen. Die Allianz und Axa meinten hingegen, dass das Gebäude für etwa die Hälfte der Summe, die die Deutsche Bank für einen Abriss haben wolle, saniert werden könne.

Die Taunus Corp., eine Holdingfirma der Deutsche Bank, habe bereits im Dezember vergangenen Jahres in einer kaum bemerkten Aktion die Stadt New York für die Schäden an dem Gebäude und an einem Nachbargebäude verklagt, berichtete das "Wall Street Journal". Die Deutsche Bank habe der Stadt vorgeworfen, sie habe der Gesellschaft fast drei Monate lang nach der Attacke Zugang zu dem Gebäude verweigert. In dieser Zeit habe es Schimmelverschmutzung und Verseuchung durch die Brände im World Trade Center gegeben. Eine Sprecherin der Deutsche Bank habe darauf verwiesen, dass die Gesellschaft im Rahmen ihrer Versicherungspolicen verpflichtet gewesen sei, die Klage einzureichen. Sie verfolge jedoch diese Ansprüche gegen die Stadt New York nicht aktiv.

15 Stockwerke hohen Riss

Der aus den 70er Jahren stammende 41 Stockwerke hohe Stahl- und Glasturm war bei dem Anschlag schwer beschädigt worden. Ein Teil des World Trade Center fiel in die Nordfassade des Gebäudes und verursachte einen 15 Stockwerke hohen Riss. Die Verschmutzung mit Asbeststaub und anderen Schadstoffen ist der Hauptgrund dafür, dass die Deutsche Bank auf einem Abriss besteht. Sie macht in ihrer Klage auch geltend, dass der Disput die Bemühungen um eine Neuentwicklung am "Ground Zero" zu behindern drohe.

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