Unfairer Handel in Südkorea: Deutsche Bank wird abgestraft
zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 14:21Seoul (RPO). Die Deutsche Bank darf wegen unfairer Handelspraktiken in Südkorea sechs Monate keine Derivate handeln. Die Konzerntochter DSK habe von unfairem Handel profitiert, damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt und müsse deshalb den Handel mit Derivaten von April bis September aussetzen, teilte die südkoreanische Finanzaufsicht FSC am Mittwoch mit.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Anfang Februar aus Kreisen erfahren, dass eine solche Entscheidung ansteht. Die Deutsche Bank bedauerte das Urteil. Zugleich kündigte die Bank an, mit der Behörde bei der weiteren Aufklärung des Falls zusammenzuarbeiten. Gegen fünf Mitarbeiter laufen noch Ermittlungen.
Analysten zufolge lassen sich die finanziellen Auswirkungen noch nicht abschätzen. Deutlich schwerer dürfte nach ihrer Einschätzung aber ohnehin der Reputationsverlust wiegen.
Südkorea hatte untersucht, ob Deutsche-Bank-Töchter im November einen Kurssturz an der Seouler Börse ausgelöst hatten. Minuten vor Handelsschluss wurden damals von Deutsche-Bank-Konten aus Aktien im Milliardenwert verkauft. Am 11. November liefen viele Optionen aus. Eine einzige Transaktion in der letzten Handelsminute, die allein 14 Prozent des Handelsvolumens an dem Tag ausmachte, hatte den Aktienindex um 2,4 Prozent gedrückt.
Seoul ist einer der weltweit wichtigsten Handelsplätze für Derivate und daher auch für die Deutsche Bank ein wichtiger Standort. Südkorea versucht derzeit mit einer Reihe von Maßnahmen - etwa verschärften Handelsregeln für Derivate - seine taumelnden Finanzmärkte in den Griff zu bekommen.