| 21.24 Uhr

BER-Ausrüster
Deutsche Imtech stellt Insolvenzantrag

Die Baustellen am Hauptstadtflughafen
Die Baustellen am Hauptstadtflughafen FOTO: dpa, Patrick Pleul
Gouda/Schönefeld. Die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudetechnik-Anbieters und Ausrüsters des neuen Hauptstadtflughafens BER, Imtech, hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Das teilte die Konzernmutter am Donnerstag mit. Man prüfe nun die aktuelle Lage und die möglichen Konsequenzen, hieß es bei der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Gouda.

Deutschland-Chef Felix Colsman habe "im Lichte dieser Entwicklungen und der möglichen daraus entstehenden Konflikte" seinen Rückzug aus dem Konzernvorstand beschlossen, in Deutschland solle er aber weiter die Führung innehaben. Die Berliner Flughafen-Gesellschaft teilte mit, man habe sofort begonnen zu untersuchen, ob der Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren von Imtech Deutschland Auswirkungen auf die Baustelle in Schönefeld haben könne.

"In einem Telefongespräch sicherte Felix Colsman der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH maximale Unterstützung bei der Weiterführung der Imtech-Arbeiten zu", hieß es. Das Unternehmen ist bei dem mehrfach verzögerten Großprojekt für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig und wurde dabei bereits scharf kritisiert.

Im Zusammenhang mit Imtech-Aufträgen am BER hatte es zudem Korruptionsvorwürfe gegeben. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens wurde im Mai in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin damals bestätigte. Der frühere Prokurist soll Imtech-Nachforderungen von über 60 Millionen Euro bewilligt haben, nachdem er von dem Konzern 150.000 Euro Schmiergeld erhalten habe. Dringender Tatverdacht besteht auch gegen einen ehemaligen Deutschland-Chef und gegen einen Regionalleiter von Imtech.

(dpa)
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