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Folgen der Abwrackprämie: Deutsche kaufen wenig Autos

zuletzt aktualisiert: 04.10.2010 - 18:17

Berlin (RPO). Deutschlands Autobranche verkauft nach dem Ende der Abwrackprämie in der Heimat noch immer deutlich weniger Fahrzeuge, erlebt im Ausland aber einen Absatzboom. Der Verband der Automobilindustrie erwartet jetzt die Trendwende.

In den ersten neun Monaten seien in Deutschland knapp 2,17 Millionen Autos neu zugelassen worden, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag in Berlin mit. Dies entspreche einem Rückgang um mehr als ein Viertel (28 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Export deutscher Autos in andere Länder hingegen habe um 31 Prozent zugelegt. Insgesamt seien von Januar bis September 3,13 Millionen Autos ins Ausland verkauft worden, teilte der VDA mit.

In Deutschland sind die Neuzulassungen von Autos seit Ende vergangenen Jahres massiv rückläufig, seit der Verkaufsboom durch die Abwrackprämie abgeflaut ist. Zuvor hatte der Umweltbonus von 2500 Euro für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos der Branche massive Absatzzuwächse beschert. Nach Einschätzung des Autoimporteurverbandes VDIK dürfte sich der Minus-Trend bei den Autoverkäufen in Deutschland aber bald erledigt haben. Es sei davon auszugehen, dass die drastischen monatlichen Marktrückgänge als Folge der Umweltprämie bis zum Jahresende sich der Null-Marke nähern werden", erklärte VDIK-Chef Volker Lange.

VDA erwartet jetzt den Aufschwung

Nach zehn negativen Monaten steht der deutsche Automarkt demnach vor der Wende zum Wachstum. Zwar wurden im September immer noch 17,8 Prozent weniger Autos abgesetzt als ein Jahr zuvor, das Minus fällt aber deutlich geringer aus als noch im August. Bei den Aufträgen "ist die Trendwende im September bereits geschafft, die Bestellungen aus dem Inland sind um mehr als 10 Prozent gestiegen", sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, am Montag. Zum Jahresende würden die Zulassungszahlen auf dem Heimatmarkt wieder steigen. Erste Marken wie Mercedes, BMW oder Audi lagen im September schon im Plus.

Im September wurden insgesamt knapp 260.000 Wagen neu zugelassen. Nach neun Monaten waren es knapp 2,2 Millionen, 27 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2009, als die Abwrackprämie der Bundesregierung die Autokäufer zu den Händlern gelockt hatte.

Deutsche Autobauer im Ausland stark

Im Ausland brummte das Geschäft von VW, Daimler und Co im September weiter: Die Ausfuhren deutscher Pkw-Hersteller legten um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Damit wurden seit Jahresbeginn mehr als 3,1 Millionen Autos an ausländische Kunden ausgeliefert. Der Auftragseingang aus dem Ausland fiel mit 6 Prozent plus etwas verhaltener aus als zu Beginn des Jahres. Allerdings konnten die deutschen Hersteller schon seit mehr als einem Jahr auf den Auslandsmärkten Kunden hinzugewinnen. Es handele sich nun um eine Beruhigung "auf hohem Niveau", erklärte der Verbandschef.

Die Inlandsproduktion ging im September unterdessen leicht zurück. Knapp 535.000 Autos rollten vom Band: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Produktion hingegen ein deutliches Plus von 14 Prozent auf 4,1 Millionen Stück. Damit liegen die Produktionszahlen der ersten drei Quartale nur noch 5 Prozent unter dem Rekord aus dem Jahr 2008.

Von den deutschen Marken ist Opel mit einem Einbruch von 37 Prozent in den ersten neun Monaten der große Verlierer, VW verliert 25 Prozent. BMW und Mercedes liegen nur noch knapp im Minus, ihre Luxuswagen hatten vergangenes Jahr nicht von der Abwrackprämie profitiert. Bei den großen Importeuren sind Fiat, Toyota und Suzuki die großen Verlierer mit bis zu 55 Prozent Rückgang (Fiat), wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilte.

Quelle: AFP/DAPD/awei

 
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