Steueroase Schweiz: Deutsche Landesbanken betreiben Privatbank für Reiche
zuletzt aktualisiert: 10.01.2009 - 16:39Hamburg (RPO). Die Steueroase Schweiz steht bei Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) in der Kritik. Doch offenbar betreiben dort auch zwei deutsche Landesbanken eine Bank. Die bevorzugte Zielgruppe des Hauses: wohlhabende Kunden.
Die LB Swiss Privatbank habe ihren Sitz in der Zürcher Börsenstraße und gehöre je zur Hälfte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Bayerischen Landesbank, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Gegen eine Gebühr von 350 Schweizer Franken pro Jahr bekomme der Besitzer eines Nummernkontos die Post nicht nach Hause, sondern direkt ins bankinterne Schließfach.
Noch vor kurzem hätten die LB-Swiss-Banker mit der Beratung und Betreuung "bei Gründungen von Stiftungen und Anstalten - unter anderem nach liechtensteinischem Recht – oder Trusts und Offshore-Gesellschaften" geworben.
Laut Bericht hat die Bank im abgelaufenen Jahr das verwaltete Vermögen um über 300 Millionen Schweizer Franken gesteigert. Bankchef Holger Mai habe allerdings versichert: "Bei deutschen Kunden prüfen wir vorher genau, ob die Gelder versteuert sind."
In Liechtenstein installiere man nur "gemeinnützige Stiftungen". Verwaltungsratspräsident der LB Swiss sei bis vor kurzem Günther Merl gewesen, jetzt Chef des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin).
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