| 16.30 Uhr

Wer macht den ersten Schritt?
Kein Ende des Poststreiks in Sicht

Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post
Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post FOTO: AP
Bonn. Im Tarifkonflikt bei der Post bleiben die Fronten verhärtet. Verdi und Management zeigen jeweils auf den anderen und fordern die Rückkehr an den Verhandlungstisch und tragfähige Kompromisse.

Im Arbeitskampf bei der Deutschen Post gibt es keine Signale für Entspannung. Die Tarifpartner forderten am Mittwoch den jeweils anderen auf, den ersten Schritt zu tun und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es herrsche "totale Funkstille", sagte ein Verdi-Sprecher am Mittwoch und kündigte eine weitere Ausweitung von Streikaktionen an.

Die Post forderte die Gewerkschaft auf, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. Das Unternehmen sei jederzeit zu Verhandlungen bereit. Verdi habe die Gespräche abgebrochen, der Ball liege in ihrem Feld, betonte ein Postsprecher.

Die stellvertretende Verdi-Chefin Andrea Kocsis rief ihrerseits das Unternehmen erneut dazu auf, einen tragfähigen Kompromiss zur Lösung des Tarifkonflikts zu entwickeln. Verdi habe sich kompromissbereit gezeigt, das erwarte man auch von der Deutschen Post.

Um die negativen Folgen des Streiks bei der Zustellung abzufedern, springen unterdessen Großkunden dem Unternehmen zur Seite. Dazu gehörten unter anderem Versender und Versicherungen, bestätigte das Unternehmen einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch. Ein Unternehmenssprecher sprach von einer Geste und einem bemerkenswerten Signal.

Für Aufregung sorgte zudem eine Anti-Streikkampagne der Deutschen Post. Dabei bewirbt das Unternehmen den E-Postbrief mit Sätzen wie "Das Gegenteil von Streik" oder "Streikt nie: Ihr digitaler Postempfang".

Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft zusätzliche Postbeschäftigte in den Ausstand gerufen, bestreikt wurden dabei auch sechs Paketverteilzentren. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Post 22.800 Beschäftigte im Dauerstreik. Bei einem Viertel der Briefsendungen und einem Drittel der verschickten Pakete rechnet die Post mit Verzögerungen.

(dpa)
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