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Neuer Gesamtbetrieb für Briefe und Pakete
Deutsche Post lagert Zusteller aus

Deutsche Post gründet neuen Gesamtbetrieb für Briefe und Pakete
Briefträger der Deutschen Post. FOTO: AP, AP
Berlin. Die Deutsche Post bereitet offenbar einen großen Umbau vor. Demnach sollen die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post Aktiengesellschaft künftig unmittelbar mit den Kollegen der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochterfirma Delivery zusammenarbeiten. 

Wie die "Welt" berichtet, gründet der Konzern gerade einen neuen Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen. Nach Informationen der Zeitung soll dies bereits zum 1. Mai umgesetzt werden.

Unter dem Dach von ein und derselben Postniederlassung sollen dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten tätig sein, wie die Zeitung berichtete. Die Gewerkschaften sehen dahinter das Ziel des Managements, Löhne und Arbeitsbedingungen verschlechtern zu wollen.

"Wir befürchten, dass das Lohnniveau bei der Post auf Dauer abgesenkt werden soll", sagte die Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM, Christina Dahlhaus, der "Welt". Dies sei ein "Einstieg in die weitere Aushöhlung der Tarifverträge der Deutschen Post AG".

10.000 Beschäftigte bei Delivery

Im Jahr 2015 war es dem Management trotz des bislang größten Tarifstreits mit mehr als zwei Monaten Dauerstreik gelungen, die Gründung einer Tochterfirma mit Namen Delivery (übersetzt: Lieferung) durchzusetzen.

In dieser Firma arbeiten dem Bericht zufolge mittlerweile rund 10.000 Beschäftigte, sie stellen täglich mehr als eine Million Pakete in Deutschland zu. Doch anders als ihre Kollegen in der Deutschen Post AG werden sie nicht nach dem Haustarif bezahlt, sondern nach den regional unterschiedlichen Bedingungen des Logistik- und Speditionsgewerbes. Im Durchschnitt liegen diese Löhne laut "Welt" um etwa ein Viertel niedriger.

Damals legte das Postmanagement Wert darauf, dass beide Firmen strikt voneinander getrennt arbeiten. Das galt für die Fahrzeuge über die Kleidung bis hin zu den Pausenräumen. Diese Trennung soll dem Bericht zufolge nun beendet werden.

In einem vertraulichen Manuskript der Deutschen Post wird darauf hingewiesen, dass die Arbeitsbedingungen unverändert bleiben. "Für die Beschäftigten kommen weiterhin die Tarifverträge der Deutschen Post AG beziehungsweise Spedition-Logistik zur Anwendung", zitiert die "Welt" aus dem inoffiziellen Papier.

(AFP)
 
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