Vor allem durch Ausgaben im Inland: Deutsche Wirtschaft brummt
zuletzt aktualisiert: 24.05.2011 - 14:51Wiesbaden (RPO). Die deutsche Wirtschaft wächst weiter kräftig - vor allem durch Ausgaben im Inland. Die Stimmung bleibt unverändert gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex lag im Mai wie im Vormonat bei 114,2 Punkten.
Die Investitionen etwa in den Bau oder in neue Anlagen und Fahrzeuge stiegen genauso wie die Konsumausgaben des Staates und der Verbraucher deutlich an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Dadurch wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal deutlich um 1,5 Prozent.
Das Statistische Bundesamt hatte das Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bereits vor rund zehn Tagen mitgeteilt, jetzt legte es ausführlichere Berechnungen vor. Demnach hat die Wirtschaft mittlerweile das Niveau von vor der Krise überschritten.
Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 legte sie sogar so stark zu wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung: Das BIP stieg demnach preisbereinigt um 5,2 Prozent, kalenderbereinigt - da es dieses Jahr in den ersten drei Monaten einen Arbeitstag mehr gab - um 4,9 Prozent.
Die Wirtschaft profitierte dabei laut Statistischem Bundesamt unter anderem von einem vergleichsweise geringen Wachstum im letzten Quartal 2010: Damals war das BIP aufgrund des kalten Winters um nur 0,4 Prozent gewachsen. Nun holten die Unternehmen einige Investitionen - vor allem im Baubereich - nach.
Die Investitionen in Bauten legten im ersten Quartal der Statistik zufolge entsprechend um 6,2 Prozent im Vergleich zu den letzten drei Monaten 2010 zu. Auch in neue Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge investierten die Unternehmen im ersten Quartal 4,2 Prozent mehr als in den drei Monaten zuvor. Die privaten Konsumausgaben stiegen ebenfalls - wenn auch deutlich leichter - um 0,4 Prozent. Der Staat hingegen steigerte seine Konsumausgaben um 1,3 Prozent.
Auch der Außenhandel wuchs weiter: Die Exporte deutscher Waren und Dienstleistungen legten - wie schon in den vorhergehenden Quartalen - deutlich zu und stiegen um 2,3 Prozent. Die Importe wuchsen etwas weniger stark um 1,5 Prozent. Damit trugen Aus- und Einfuhren 0,5 Prozentpunkte zum Wachstum bei, die Binnenwirtschaft 1,0 Punkte.
Gestiegen ist nach der Krise auch die Arbeitsproduktivität: Das BIP pro Kopf wuchs im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2010. Je Arbeitstunde erhöhte sich die Produktivität um 2,3 Prozent, gleichzeitig arbeiteten die Deutschen wieder 1,4 Prozent mehr. Demnach stieg die Wochenarbeitszeit, die Beschäftigten machten mehr Überstunden und die Unternehmen setzten weniger auf Kurzarbeit.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt unterdessen unverändert gut: Der Ifo-Geschäftsklimaindex lag im Mai wie im Vormonat bei 114,2 Punkten, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag mitteilte. Der Index war zuvor zwei Mal in Folge leicht gesunken. Im Mai bewerteten die Unternehmen laut Ifo ihre derzeitige Lage etwas besser als im April, ihre Erwartungen an die Geschäftsentwicklungen im kommenden halben Jahr sanken hingegen leicht.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte, der Aufschwung gewinne "immer mehr an Breite und Stabilität". "Unsere Wirtschaft hat im ersten Vierteljahr dieses Jahres ihr Vorkrisenniveau erstmalig wieder übertroffen. Sie befindet sich in glänzender Verfassung." Der Ifo-Index belege zudem, dass die deutschen Unternehmen kräftig investierten und neue Arbeitsplätze schafften.
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