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Dioxinverseuchtes Fleisch in Irland: Deutschland nimmt Schweinefleisch aus Irland vom Markt

zuletzt aktualisiert: 07.12.2008 - 15:36

Dublin (RPO). Nahrungsmittel-Skandal in Irland: Die Regierung in Dublin verbannt Schweinefleisch nach dem Fund krebserregender Substanzen in geschlachteten Tieren komplett vom Markt. Das Verbraucherschutzministeroum forderte deutsche Lebensmittelhändler auf, Fleisch aus Irland vorsorglich vom Markt zu nehmen. Deutschland hat im vergangenen Jahr 9000 Tonnen Schweinefleisch aus Irland importiert.

Schweinefleisch aus Irland könnte mit Dioxin verseucht sein  Foto: AFP, AFP
Schweinefleisch aus Irland könnte mit Dioxin verseucht sein Foto: AFP, AFP

Derzeit werde in Deutschland geprüft, ob und wenn ja in welchem Umfang verseuchtes Fleisch nach Deutschland gelangt ist, konnte die Sprecherin nicht sagen. "Die Recherchen laufen", erklärte sie.

Bei routinemäßigen Labortests wurde krebserregendes Dioxin in dem Schweinefleisch nachgewiesen, das offenbar aus einer verseuchten Futtermischung stammte, wie die irische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (FSAI) mitteilte. Die Grenzwerte seien um das 80 bis 200-fache überschritten worden. Laut FSAI war das Dioxin zuerst in Frankreich festgestellt worden. Die Behörden in den Niederlanden, wo das Fleisch zerteilt worden war, und im Abnehmerland Belgien bestätigten die Befunde.

FSAI-Sprecher Alan O'Reilly sagte, neben Würsten und Schinken müssten auch mit Schweinefleisch belegte Tiefkühlpizzen vernichtet werden. Das Gesundheitsrisiko für Verbraucher sei bei den festgestellten Dioxin-Werten allerdings immer noch "äußerst gering". Irland exportierte im Jahr 2006 rund 124.000 Tonnen Schweinefleisch. Der Großteil wurde nach Großbritannien geliefert, Deutschland und Japan kauften jeweils etwa neun Prozent des Exportfleischs.

Das Bundesverbraucherschutzministerium forderte den Handel ebenfalls auf, sämtliches Schweinefleisch aus irischer Produktion vom Markt zu nehmen. Aus Vorsorgegründen solle das Fleisch vorerst nicht verkauft werden, sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag in Berlin. Derzeit werde geprüft, ob und wie viel Schweinefleisch irischer Herkunft hierzulande auf dem Markt sei.

Deutschland wurde den Angaben zufolge im Rahmen des EU-Schnellwarnsystems über die Funde von verseuchtem Fleisch in Irland informiert. Daraufhin seien die zuständigen Behörden der Bundesländer in Kenntnis gesetzt geworden, sagte die Sprecherin.

EU-Experten für Lebensmittelsicherheit wollten sich mit dem Dioxin-Fund in irischem Fleisch befassen. Fachleute aus den Ländern, die möglicherweise mit den beanstandeten Produkten beliefert wurden, würden sich am Dienstag treffen, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel.

Der irische Landwirtschaftsminister Brendan Smith sagte dem Sender RTE, die Untersuchung werde "mit größter Energie" fortgesetzt. Die giftige Substanz gelangte laut FSAI offenbar durch verseuchtes Futter in das Schweinefleisch. Das Futter wurde demnach an neun Höfe geliefert, die gemeinsam etwa zehn Prozent des irischen Schweinefleischs produzieren.

Für die irischen Schweinefleischhersteller ist die Rückrufaktion ein schwerer Schlag zu einer Zeit, in der sich das Land ohnehin in einer wirtschaftlich angespannten Lage befindet. Der Vorsitzende des irischen Bauernverbandes, Padraig Walshe, sprach von einem "absoluten Desaster" für die Branche, in der rund 5000 Menschen arbeiten. Dennoch rechnete er damit, dass die irischen Schweineprodukte bereits im Verlauf der kommenden Woche wieder angeboten werden könnten.

Quelle: AFP

 
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