EU-Partner machen Druck auf Regierung: Deutschland soll Griechenland helfen
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 14:35Hamburg/Davos (RPO). Deutschland gerät einem Medienbericht zufolge bei wichtigen EU-Partnern unter Druck, sich an einer Rettungsaktion für Griechenland zu beteiligen. In der EU und zwischen den entscheidenden Hauptstädten gebe es Gespräche über eine Nothilfe für Griechenland.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widersetze sich aber Rettungsplänen für das hochverschuldete Land, weil sie den griechischen Sparversprechen misstraue, zitierte die "Financial Times Deutschland" "mehrere beteiligte Personen".
Das Finanzministerium in Berlin hatte am Donnerstag erklärt, es gebe keine Überlegungen der Bundesregierung, Griechenland finanziell zu unterstützen. Dies gelte sowohl für angebliche Hilfen aus der Eurozone als insbesondere auch für bilaterale Hilfen.
Deutschland verlasse sich darauf, dass der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou seine Sparankündigungen umsetze, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm der "FTD". Deshalb müsse über andere Maßnahmen nicht diskutiert werden.
Der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou bekräftigte am Freitag in Davos, es gebe keinen "Plan B" zu den Sparplänen seiner Regierung. "Plan B gehört einfach nicht zu unserem Vokabular."
"Teilnehmer der Rettungsgespräche" sagten der "FTD", es würden mehrere Optionen diskutiert. Dazu gehörten bilaterale Darlehen einiger Euro-Staaten für Griechenland. Dabei müsste Deutschland als größte Volkswirtschaft einen Großteil schultern. Denkbar seien auch vorgezogene Auszahlungen aus dem Kohäsionsfonds der EU. Zudem seien Rettungskredite großer Entwicklungsbanken wie der KfW oder der französischen Caisse des Dépôts vorstellbar.
Griechenland war vor Weihnachten von einer schweren Finanzkrise erschüttert worden und steht wegen der Stabilität des Euro seit Anfang Dezember auch unter verstärkter Aufsicht der EU. Die Neuverschuldung des Landes stieg im Krisenjahr 2009 auf 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), die Gesamtverschuldung erreichte mit Verbindlichkeiten über rund 300 Milliarden Euro 113 Prozent des BIP.
Griechenland will dieses Jahr 54 Milliarden Euro neue Schulden über neue Anleihen aufnehmen.
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