Klaus Jacobs: Deutschlands Kaffee-König ist 71-jährig gestorben
zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 - 16:14Zürich (RPO). Der deutsche Kaffee-König Klaus J. Jacobs ist tot. Der Bremer Unternehmer erlag in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 71 Jahren einer schweren Krankheit, wie die Jacobs Holding bekanntgab.
Der am 3. Dezember 1936 geborene Wahlschweizer übernehm 1970 die Geschäftsführung des Kaffeehandelshauses Joh. Jacobs + Co., das sein Großonkel in der Bremer Altstadt gegründet hatte.
Jacobs verlegte den Sitz des Konzerns nach Zürich. 1982 übernahm er die Schweizer Firmen Tobler und Suchard. Jacobs wurde Schweizer Staatsbürger, 1990 musste er in seiner Wahlheimat dennoch scharfe Kritik einstecken, als er die Jacobs Suchard AG an den US-Tabakmulti Philip Morris verkaufte.
Auch mit dem Milliardensegen aus dem Philip-Morris-Deal setzte sich der Vater von sechs Kindern aus zwei Ehen nicht zur Ruhe. Seiner Jacobs-Holding gehören 26,6 Prozent der Adecco, 50,5 Prozent des Schokoladenkonzern Barry Callebaut und 58 Prozent des Sportvermarkters Infront Sports & Media.
Nach einem Machtkampf mit dem französischen Partner Philippe Foriel-Destezet kehrte Jacobs Ende 2005 bei Adecco nochmals an die Schalthebel der Macht zurück.
Mit 1,5 Milliarden Franken Kapital ist die Jacobs-Stiftung eine der bedeutendsten Wohltätigkeitsorganisationen der Schweiz. Die Familie Jacobs unterstützt über sie Jugendliche auf der ganzen Welt. Jährlich fliessen so mehrer Millionen an verschiedenste Projekte im In- und Ausland.
So beschloss die Jacobs-Stiftung vor zwei Jahren bis 2011 rund 200 Millionen Euro an die Internationale Universität Bremen zu spenden. Nach der Spende wurde Klaus Jacobs vom "Manager Magazin" als der „Topspender der deutschen Unternehmer“ ausgezeichnet. Jacobs machte sich mit seiner Stiftung international einen Namen als Mäzen. Jetzt erlag er einem Krebsleiden.
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