Personalmangel in Altenheimen: DGB warnt vor "fatalem Irrweg" in der Pflege
zuletzt aktualisiert: 08.01.2011 - 08:12Osnabrück (RPO). Der DGB warnt davor, zur Beseitigung des Personalmangels in der Pflegebranche vorrangig auf Altenpflegekräfte aus dem Ausland zu setzen. Eine solche Strategie werde sich als fataler Irrweg erweisen, sagte DGB-Bundesvorstandsmitglied Wilhelm Adamy.
Der Gewerkschafter begründete seine Warnung damit, dass ausländische Fachkräfte "in unseren Nachbarländern meist deutlich bessere Arbeitsbedingungen finden als bei uns". Zudem wanderten auch in Deutschland ausgebildete Pflegekräfte aufgrund der ungünstigen Lohn- und Arbeitsbedingungen teils ab, zitiert die "Neue Osnabrücker Zeitung" Adamy.
Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass in 15 Jahren etwa 152.000 Pflegekräfte fehlen werden. Adamay forderte vor diesem Hintergrund, die Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche zu verbessern, Wettbewerbsverzerrungen abzubauen und dauerhaft genügend praktische Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Außerdem solle bundesweit sichergestellt werden, "dass Auszubildende in der Altenpflege nicht noch Schulgeld bezahlen müssen und tatsächlich auch alle Auszubildenden eine tarifliche Vergütung erhalten". Da größtenteils Frauen im Pflegeberuf arbeiten, seien überdies familienfreundliche Arbeitszeitmodelle gefragt.
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