Die Deutsche Post AG zählt zu den größten Logistik- und Postunternehmen weltweit. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Chronik des deutschen Weltkonzerns.
Aus dem Staatsunternehmen Deutsche Bundespost sind in den Jahren 1989 bis 1995 durch eine schrittweise Privatisierung gleich mehrere Unternehmen hervorgegangen. Der Postdienst wurde zur Deutschen Post, aus dem Fernmeldedienst die Deutsche Telekom und als drittes Unternehmen ging die Postbank hervor.
Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation blieb zunächst weiterhin für die hoheitlichen Aufgaben im Postwesen zuständig. Später übernahm die neu geschaffene Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) die Aufgaben.
Am 20. November 2000 ging die Deutsche Post an die Börse. Durch den Schritt auf den organisierten Kapitalmarkt konnte ein Emissionserlös von 6,6 Milliarden Euro erzielt werden.
Das Abenteuer Amerika begann für die Deutsche Post im Jahr 2000. Der Konzern hatte in einer Milliarden-Transaktion das Paket- und Expressunternehmen DHL übernommen.
2003 kam das Sorgenkind Airborne hinzu. Mit dessen Kuriergeschäft sollte den Riesen UPS und FedEx auf dem Heimatmarkt Konkurrenz gemacht werden. Qualitätsmängel, Probleme in der Organisation und eine verfehlte Preispolitik werfen den Neuling immer wieder zurück.
Mitte 2008 sollte schließlich ein Kooperationsabkommen mit dem Konkurrenten UPS geschlossen werden. Die Verhandlungen über die Kooperation zogen sich über Monate hin. Inzwischen ist fraglich, ob DHL Express den amerikanischen Rivalen tatsächlich beauftragen wird, die Luftfracht in Amerika zu übernehmen.
Heute befindet sich das Unternehmen nicht mehr mehrheitlich in Staatsbesitz, seit die Staatsbank KfW 2005 Postaktien im Wert von 2 Mrd. Euro verkaufte. Heute hält die KfW noch rund 30,5 Prozent der Aktien, die restlichen 69,5% befinden sich in Streubesitz.
Seit dem 1. Januar 2008 hat die Post keine Exklusivlizenzen mehr. Das heißt, auf dem deutschen Postmarkt herrscht seitdem theoretisch ein freier Wettbewerb. Die vollständige Liberalisierung des Postmarktes in Europa wird zum 1. Januar 2011 erfolgen.
Von 1990 bis 2008 wurde der Konzern von Klaus Zumwinkel geführt. Am 15. Februar 2008 bot Zumwinkel nach großem öffentlichen Druck seinen Rücktritt an, nachdem kurz zuvor Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen ihn öffentlich wurden.
Zumwinkels Kronprinz Frank Appel wurde daraufhin zu seinem Nachfolger berufen. Appel will insbesondere die Probleme bei den amerikanischen Tochter-Unternehmen in den Griff bekommen.