Opel-Betriebsratschef Klaus Franz in Detroit: "Die GM-Spitze will die Zusammenarbeit mit uns"
zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 18:57Detroit (RPO). Nach der scharfen Auseinandersetzung um die Zukunft von Opel hat sich die Tonlage zwischen dem neuen GM-Chef und Arbeitnehmervertretern weiter verbessert. Nach Ansicht von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz setzt der neue Chef von General Motors, Ed Whitacre, stärker auf Kooperation mit der Arbeitnehmerseite.
"Er will unbedingt die Zusammenarbeit mit uns", sagte Franz nach einem ersten Treffen mit dem US-Manager in der Detroiter Konzernzentrale am Montag. Whitacre wolle keine Konfrontation. Er habe erklärt, dass GM, Opel und Vauxhall nur gemeinsam erfolgreich gemacht werden könnten. Der GM-Boss scheine auch gegenüber unkonventionellen Vorschlägen offen zu sein, sagte Franz. Das sei anders als er es bei früheren Treffen in der Vergangenheit mit der Konzernspitze erlebt habe.
Whitacre hatte sich im GM-Board für einen Verbleib von Opel im GM-Konzern und gegen den Verkauf an den Zulieferer Magna eingesetzt. Nach der Absage des Verkaufs hatten die Opel-Mitarbeiter zunächst Widerstand gegen den Verbleib beim US-Mutterkonzern angekündigt.
Versöhnliche Töne
Noch vor zwei Wochen hatte Betriebsratschef Franz sogar die Anwesenheit von Anwälten bei Gesprächen mit der GM-Führung verlangt. Versöhnlichere Töne wurden laut, als der von GM entsandte Opel-Sanierer Nick Reilly am Freitag Abstand vom geplanten Stellenabbau im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim genommen hatte. Betriebsratschef Franz hatte Bereitschaft für Lohnzugeständnisse der Mitarbeiter signalisiert.
Auch über das Thema Restrukturierung sei gesprochen worden, sagte Franz nach dem Gespräch mit dem GM-Chairman. "Wir haben auch noch mal sehr deutlich gemacht, dass wir ein Kapazitätsproblem haben, aber das ist nicht nur das Problem von einem Werk, sondern insgesamt", sagte Franz. Über eine mögliche Schließung des Werks in Antwerpen sei noch keine Entscheidung gefallen. "Aber es war ein sehr intensives, ein sehr konstruktives Gespräch, und es wird vor allem nicht das letzte sein."
GM will zur Rettung von Opel selbst 600 Millionen Euro aufbringen und 2,7 Milliarden an Beihilfen von den Regierungen einsammeln. Von den Beschäftigten fordert der Konzern nach früheren Angaben Lohnzugeständnisse im Volumen von 265 Millionen Euro. Europaweit sollen bei Opel ungefähr 8300 Stellen gestrichen werden, was etwas weniger ist als in früheren Plänen, die 9000 Stellen vorsahen.
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