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Deutsche Bank-Vorstandsprecher Josef Ackermann ist einer der umstrittensten, aber auch erfolgreichste Top-Manager Deutschlands. Nun tritt er ab. Legendär provokativ war sein Victory"-Zeichen im Mannesmann-Prozess. Sonst aber weiß man wenig über den Schweizer. Wir haben einen Blick auf seine Karriere geworfen....
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Dr. Josef Meinrad Ackermann wurde am 7. Februar 1948 in schweizerischen Mels geboren. Nach dem Abitur (Matura) studierte Ackermann an der Schweizer Universität St. Gallen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Im Alter von 25 Jahren schloss er 1973 sein Studium in der Fachrichtung Bankwirtschaft ab. Ackermann arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Assistent an der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie der Universität St. Gallen.
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Vier Jahre nach seinem Abschluss promoviert er 1977 mit einer Dissertation über den Einfluß des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Er ist seit 1977 mit der Finnin Pirkko Mölsä verheiratet – sie ist ebenfalls Absolventin der Universität St.Gallen – und hat eine Tochter, Catherine, geb. 1984. Er hat seinen Wohnsitz am Zürichberg an der Schweizer Goldküste und gilt als Hobbymusiker sowie Opernliebhaber.
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Nach seiner Promotion begann Ackermann nach im selben Jahr seinen beruflichen Werdegang bei der Schweizerische Kreditanstalt (SKA), die später in der Credit Suisse Group aufging, deren Präsident er 1993 wurde. In seine Amtszeit fiel die Übernahme der Schweizerischen Volksbank noch im selben Jahr, die wenig später vollständig in der Credit Suisse Group aufging.
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Im Juli 1996 verließ er nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Verwaltungsrat die Credit Suisse und wechselte wenig später als Vorstandsmitglied zur Deutschen Bank. Ab 1998 war er für den Bereich "Globale Unternehmen und Institutionen" verantwortlich. Hierzu gehörte vor allem das Investment Banking. Zu Ackermanns Erfolgen gehört die Integration der 1999 übernommenen US-Investment-Bank Bankers Trust.
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Bereits im September 2000 wählte der Vorstand der Deutschen Bank Ackermann mit Wirkung ab Mai 2002 als Nachfolger von Rolf-E. Breuer zu seinem Sprecher. Die Wirtschafts- und Boulevardpresse stilisiert Ackermann zum Star einer neuen Ära. Zu empörten Reaktionen kam es Anfang 2005 als Ackermann gleichzeitig ein neues Rekordergebnis der Deutschen Bank und einen weiteren Abbau von tausenden Arbeitsplätzen ankündigte. Bundeskanzler Schröder warf ihm damals mangelndes Verantwortungsgefühl für die Beschäftigten vor.
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Ab Januar 2004 an musste sich Josef Ackermann vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Die Anklage gegen ihn und fünf weitere Beteiligte, darunter der ehemalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Klaus Esser und der frühere IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, lautete auf Untreue. Die Angeklagten standen unter dem Verdacht, den Düsseldorfer Konzern im Rahmen der Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000 durch überhöhte Prämienzahlungen um rund 110 Millionen Mark geschädigt zu haben.
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Ackermann sorgte zu Beginn des Prozesses für erhebliches Aufsehen durch seine Aussage: "Dies ist das einzige Land, in dem diejenigen, die Erfolg haben und Werte schaffen, deswegen vor Gericht gestellt werden." Legendär wurde sein oftmals als überheblich bewertete "Victory"-Zeichen vor Prozessbeginn.
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Das Landgericht Düsseldorf hat am 22. Juli 2004 alle Angeklagten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin gegen dieses Urteil Revision ein. Am 21. Dezember 2005 kassierte der Bundesgerichtshof das Urteil. Eine Neuauflage des Verfahrens ist jetzt für die zweite Jahreshälfte 2006 geplant.
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Zur großen Reizfigur wurde Ackermann endgültig durch seine Äußerungen während der globalen Finanzkrise. Während andere Banken nur dank staatlicher Hilfen überlebten, markierte er den starken Mann. Er würde sich schämen, Hilfen vom Staat anzunehmen, sagte Ackermann. Im Januar 2009 wurde auch er von der Krise überrollt. Die Deutsche Bank meldete ebenfalls Milliardenverluste.
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Nach dem destaströsen Geschäftsjahr 2008 (3,9 Milliarden Verlust) brachte Ackermann die Bank aber wieder schnell auf Kurs. Schon das erste Quartal 2009 brachte wieder ein siebenstelliges Plus, Ackermann gab das Ziel 25 Prozent Eigenkapitalrendite aus. Das Echo in der Öffentlichkeit: verheerend. Der Manager habe nichts aus der Finanzkrise gelernt. Die Bank sieht das anders. Sie verlängerte den Vertrag mit Ackermann um drie Jahre.