Haben Vertreter Zugriff auf Kontodaten?: Die Postbank gerät ins Visier der Datenschützer
zuletzt aktualisiert: 27.10.2009 - 10:14Bonn (RP/RPO). Die Postbank ist ins Visier der Datenschützer geraten. Mitarbeiter der Behörde überprüften den Umgang des Instituts mit vertraulichen Kontodaten, sagte eine Sprecherin der Datenschutzbehörde NRW. Es habe einige Beschwerden von Kunden gegeben.
Die Postbank gewährt nach Angaben der "Stiftung Wartentest" rund 4000 freien Handelsvertretern Zugriff auf Girokontodaten von Millionen von Kunden. Dies sei selbst dann unzulässig, wenn ein Kunde eine Einwilligungserklärung der Postbank zur Weitergabe von Daten unterschrieben habe.
Ihrer Zeitschrift "Finanztest" lägen zahlreiche Kontoauszüge von Prominenten vor, wie etwa von Axel-Springer-Vorstand Mathias Döpfner oder dem frühere Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, Gerd Niebaum. Die Berater bräuchten lediglich den Namen und das Geburtsdatum von Kunden in eine Unternehmensdatenbank eingeben, um detaillierte Informationen zu erhalten.
Die Postbank weist den Vorwurf zurück. Das von der "Stiftung Warentest" dargestellte Verfahren entspreche nicht den Tatsachen, erklärte die Bank. Die Weitergabe von Daten an freie Handelsvertreter erfolge "unter strengster Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen."
Die Finanzberater erhielten nur Zugriff auf Daten, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigten. Ein generelles Herunterladen von Daten sei technisch nicht möglich. Sollte es jedoch zu Verstößen gekommen sein, werde die Postbank strafrechtliche Schritte einleiten.
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