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Altersarmut: Die Rente reicht nicht mehr zum Leben

zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 - 14:27

Wiesbaden (RPO). In Deutschland wächst die Altersarmut. Die Zahl der Menschen ab 65 Jahren, deren Rente nicht reicht, stieg von Ende 2006 bis Ende 2007 um 5,9 Prozent auf rund 392.000 Personen. Immer mehr Menschen müssen auf die Grundsicherung zurückgreifen.

Damit nahmen 2,4 Prozent aller Menschen ab 65 die Grundsicherung in Anspruch. Bei den Erwerbsunfähigen, die ebenfalls Anspruch auf Grundsicherung haben, stieg die Zahl der Empfänger sogar um 9,2 Prozent auf rund 340.000. Die Sozialleistung der bedarfsorientierten Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wurde zum 1. Januar 2003 eingeführt. Sie soll den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt für Menschen über 65 sowie für dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen ab 18 sicherstellen.

Insgesamt bezogen Ende 2007 rund 733.000 Menschen ab 18 Jahren und damit 1,1 Prozent der Bevölkerung die Grundsicherung. Gegenüber 2006 wuchs ihre Zahl um 7,4 Prozent, im Vergleich zum Jahresende 2003 erhöhte sie sich sogar um rund 67 Prozent. Der hohe Anstieg von 2003 bis 2005 - von rund 439.000 auf rund 630.000 Hilfeempfänger - ist allerdings damit zu erklären, dass nach der Einführung dieser neuen Sozialleistung "ein gewisser Bearbeitungsrückstand" herrschte, wie Markus Dorn vom Statistischen Bundesamt der AP sagte. Der Anstieg von 2005 bis 2007 um rund 8 beziehungsweise 7 Prozent "scheint uns realistisch zu sein".

Die Zunahme bei den älteren Menschen, deren Rente nicht reicht, sei zum einen auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, erklärte Dorn. Zum anderen mache sich aber auch Langzeitarbeitslosigkeit bemerkbar, die zu einer geringeren Rente führe. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Nettoausgaben seit 2003 fast verdreifacht

Bei den voll Erwerbsgeminderten, die Grundsicherung beziehen, ist der Anstieg laut Dorn damit zu erklären, dass Erwerbsminderungsrenten in den vergangenen Jahren etwas zurückgefahren wurden. Insgesamt bezogen von den 18- bis 64-Jährigen in Deutschland 0,7 Prozent Grundsicherung, weil sie dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. Diese Menschen werden auch künftig dem allgemeinen Arbeitsmarkt voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie machten Ende 2007 46 Prozent der Empfänger der Grundsicherung aus, 54 Prozent bezogen die Grundsicherung im Alter.

Die Kommunen und die überörtlichen Träger für Leistungen der Grundsicherung zahlten 2007 netto rund 3,5 Milliarden Euro für diese Leistung. Gegenüber 2006 stiegen die Nettoausgaben um 12,7 Prozent - seit Einführung der Grundsicherung haben sie sich nahezu verdreifacht. Ausgezahlt wurden netto monatlich durchschnittlich 385 Euro, wobei 71 Prozent der Empfänger über angerechnetes Einkommen verfügten, etwa Alters- oder Erwerbsminderungsrenten. In diesen Fällen lag das angerechnete Einkommen bei durchschnittlich 337 Euro. Als monatlicher Bruttobedarf wurden 625 Euro errechnet, wovon im Schnitt allein 276 Euro auf Unterkunft und Heizung entfielen.

Frauen in der Mehrheit

Mit einem Anteil von 56 Prozent sind mehrheitlich Frauen auf Grundsicherung angewiesen, insgesamt bezogen 1,2 Prozent der Frauen und 1,0 Prozent der Männer Grundsicherung. Allerdings stieg die Zahl der Männer mit einem Plus von 8,5 Prozent von 2006 auf 2007 etwas stärker als die der Frauen mit 6,6 Prozent.

Vor allem in Westdeutschland wird die Grundsicherung in Anspruch genommen: Im früheren Bundesgebiet ohne Berlin lag die Quote 2007 bei 1,1 Prozent, in den neuen Ländern bei 0,8 Prozent. Die höchsten Bezugsquoten gab es in den Stadtstaaten Bremen, Berlin (je 1,8 Prozent) und Hamburg (1,7 Prozent), die niedrigsten in Thüringen und Sachsen (je 0,6 Prozent).

Quelle: ap

 
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