Nullrunde in diesem Jahr: "Die Renten müssten 2010 eigentlich sinken"
zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 05:14Berlin (RPO). Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner werden einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr nicht angehoben.
Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Kreise der Deutschen Rentenversicherung (DRV) meldet, wird es eine Nullrunde geben. Das sei klar angesichts der für die Rentenberechnung notwendigen Zahlen zur Lohnentwicklung 2009, schreibt das Blatt.
Das Statistische Bundesamt hatte gestern entsprechende Daten vorgelegt. Danach sind die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vergangenen Jahr um durchschnittlich 0,4 Prozent gesunken.
Nach der bisher gültigen Rentenformel müssten auch die Rentenbezüge sinken. Die Rentengarantie verhindert das aber. Die DRV wollte sich nicht äußern, heißt es in dem Bericht.
Der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Roland Dörhn, sagte der Zeitung: "Es ist eindeutig, dass die Renten 2010 eigentlich sinken müssten. Auf Basis der Rentengarantie wird es aber eine Nullrunde geben."
Rentengarantie kostet fast eine Milliarde pro Jahr
Die noch von der alten Bundesregierumg verabschiedete Rentengarantie wird die Rentenkassen voraussichtlich ab 2010 mit jährlich bis zu einer Milliarde Euro belasten, wie das "Handelsblatt" berichtet.
Da es nun stattdessen wegen der Garantie eine Nullrunde für die 20 Millionen Rentner geben wird, komme es zu entsprechenden Zusatzbelastungen der Rentenkassen. Ursprüngliche Prognosen waren sogar von einem Lohnminus von über zwei Prozent ausgegangen, was die Rentenversicherung mit jährlich über vier Milliarden Euro belastet hätte.
Allerdings handele es sich bei den 0,4 Prozent nur um eine vorläufige Zahl. So fehlten die für die genaue Ermittlung der Kosten notwendigen Angaben über die Entwicklung der versicherungspflichtigen Löhne, der Zahl der Ein-Euro-Jobs und die voraussichtlich unterschiedliche Lohnentwicklung in Ost- und Westdeutschland.
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