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Verkauf droht zu platzen: Die WestLB wird ihre Tochter nicht los

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 - 09:50

Düsseldorf (RP). Am Mittwoch endet die Frist, in der Angebote für die WestImmo abgegeben werden können. Nur wenn der Staat Milliardengarantien gibt, funktioniert ein Verkauf. Andernfalls droht er vorerst zu platzen – mit Billigung der EU.

Bieterprozesse haben es so an sich, dass verbindliche Angebote meist erst in letzter Sekunde abgegeben werden. Das wird bei der WestLB-Tochter Westdeutsche Immobilienbank (WestImmo) kaum anders sein. Morgen endet die Frist, in der die Offerten eingereicht werden können. Aber wenn nicht der Staat in letzter Sekunde mit Milliardengarantien hilft, droht der Verkaufsprozess zumindest vorläufig zu platzen – und das mit Billigung der EU-Kommission, die den Verkauf der Immobilientochter eigentlich zur Auflage dafür gemacht hat, dass sie milliardenschwere Beihilfen für die WestLB dauerhaft genehmigt.

Offiziell sagt vor Fristablauf niemand etwas zu dem Thema. Aber: "Mit jedem Tag ohne Staatsgarantien sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es ein akzeptables Angebot für die WestImmo gibt", hieß es gestern im Umfeld der Bank. Das Institut ist zwar gesund, aber in der Finanzkrise trotzdem schwer zu verkaufen. "Es ist eigentlich Schwachsinn, das jetzt zu tun", verlautet aus Eigentümerkreisen.

Für die WestImmo sind die Bieter – die Aareal Bank sowie die Finanzinvestoren Colony, Apollo und Terra Firma – derzeit nicht bereit, mehr als 500 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Jedenfalls nicht ohne staatliche Hilfe. Die Summe wäre den WestLB-Eignern zu klein, weil die Immobilienbank mit einem Wert von rund 700 Millionen Euro in den WestLB-Büchern stehen dürfte. Einen solchen Buchverlust möchte der WestLB und ihren Eigentümern nicht mal der portugiesische EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zumuten, der über die Einhaltung der Beihilfe-Auflagen wachen muss.

Mehr zahlen würden Bieter nur, wenn es die Milliardengarantien des Rettungsfonds Soffin gäbe. Solche Garantien sollen - vor allem für die Finanzinvestoren – die Refinanzierung der WestImmo sichern, die sich mehr als sechs Milliarden Euro bei der WestLB geliehen hat. Im Juni hieß es, die Zusage solle bis Mitte Juli erfolgen, aber bis gestern stand das Ja des Soffin noch aus.

Also warten alle auf den Rettungsfonds. An der Zahlungsbereitschaft der Bieter hat bislang auch die Auslagerung von Retailkrediten – das sind Darlehen der WestImmo an Privatkunden – nichts geändert. Etwa 4,5 Milliarden Euro an solchen Retailkrediten sind in die "WestLB-"Bad Bank" Erste Abwicklungsanstalt ausgelagert worden – immerhin ein Sechstel der Bilanzsumme bei der WestImmo zum Ende des vergangenen Jahres. Der Zweck: Die WestImmo sollte so schlanker und attraktiver werden.

Kommt kein Deal zustande, greift wohl eine Vereinbarung, die schon im April 2009 mit der damaligen EU-Kommissarin Neelie Kroes geschlossen wurde. Darin heißt es, ein Verkaufserlös aus der Veräußerung von WestLB-Vermögen solle zur Umstrukturierung der Bank eingesetzt werden. Aber wo der Erlös den Buchwert nicht deckt, gibt's nichts einzusetzen. Was den Eigentümern möglicherweise auch Recht ist. Sie könnten dann nämlich versuchen, Almunia davon zu überzeugen, dass das Festhalten an der WestImmo den Verkaufserlös für die Gesamt-WestLB erhöhen könnte. Wenn denn ein Käufer gefunden wird.

Quelle: RP

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