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Abgas-Skandal verunsichert Aktionäre
Der Diesel-Dunst über Daimler

Berlin. Die Diskussion um Abgaswerte verunsichert die Aktionäre des Autobauers.

Der Streit zweier Aktionäre um Würstchen am Büffet hat bei der Hauptversammlung des Autobauers Daimler einen kleinen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Aktionär hatte laut Daimler mehrfach Würstchen vom Büffet zum Mitnehmen eingepackt. Als ihn eine andere Anteilseignerin darauf ansprach, sei es zum verbalen Schlagabtausch gekommen. "Wir haben die Polizei gerufen, um zu schlichten", sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff während der Beantwortung von Aktionärs-Fragen und dachte über Konsequenzen nach: "Entweder wir brauchen mehr Würstchen oder wir schaffen die Würstchen ganz ab."

Die Posse um die 12.500 Würstchen für die rund 5500 anwesenden Aktionäre war nur ein Konfliktpunkt an diesem Tag. Denn dicke Luft herrschte nicht nur am Würstchen-Büffet: Die Deutsche Umwelthilfe hat gegen Daimler eine Unterlassungsklage wegen Verbrauchertäuschung eingereicht (Az. : 34 O 21/16 KFH). Sie wirft dem Autobauer vor, Verbraucher mit Werbung über saubere Dieselmotoren in die Irre zu führen. Daimler widerspricht dem. In den USA hatten Autobesitzer bereits im Februar eine Sammelklage wegen angeblichen Betrugs bei Abgaswerten eingereicht.

"Enorme Klage- und Reputationsrisiken für die gesamte Automobilindustrie"

Der von Konkurrent VW ausgelöste Dieselskandal sorgt längst auch unter Daimler-Aktionären für Unruhe. Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment sprach von "enormen Klage- und Reputationsrisiken für die gesamte Automobilindustrie". Die Stuttgarter hatten stets bestritten, eine Schummelsoftware, die Testfahrten erkennt, in ihren Motoren zu verwenden.

Kritisch sahen einige Aktionäre auch die Wiederwahl von Aufsichtsratschef Bischoff. Der 73-Jährige soll weitere fünf Jahre im Kontrollgremium sitzen. Danach, so wird spekuliert, soll er von Konzernchef Zetsche beerbt werden.

An den Geschäften hatten die Aktionäre hingegen wenig auszusetzen. Das Konzernergebnis stieg 2015 fast um ein Viertel auf 8,9 Milliarden Euro, der operative Gewinn wuchs um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Die Dividende wird um ein Drittel auf 3,25 Euro angehoben.

(dpa)
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