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Milliarden-Strafzahlung droht
US-Behörden verklagen VW wegen Abgasskandals

Video: VW gerät nach US-Klage noch stärker unter Druck
Washington . Das US-Justizministerium und die Umweltbehörde EPA gehen gegen den Volkswagenkonzern vor Gericht. Sie werfen dem deutschen Autobauer Abgasmanipulationen an 600.000 in den USA verkauften Dieselfahrzeugen vor, wie aus der am Montag bei einem Bezirksgericht in Detroit eingereichten Klage hervorgeht.

Das Ministerium teilte am Montag in Washington mit, es werfe dem Autokonzern die Verletzung des Umweltschutzgesetzes "Clean Air Act" vor. Auf VW könnten Strafzahlungen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar zukommen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Klage werde in Michigan erhoben und später nach Kalifornien transferiert, wo auch Sammelklagen von Autobesitzern gegen VW vorbereitet werden. Die Möglichkeit eines strafrechtlichen Vorgehens gegen VW werde durch die Zivilklage nicht berührt, so das Ministerium.

VW habe eine verbotene Software installiert, die den Abgasausstoß bei Tests auf erlaubten Wert heruntergefahren habe, hieß es. Im Normalbetrieb hätten die Fahrzeuge aber bis zu 40 mal mehr Treibhausgase ausgestoßen als nach USA-Recht gestattet.

Hintergrund: Fragen und Antworten zum Abgas-Skandal

Volkswagen hat zunächst zurückhaltend auf die Klage reagiert. "Wir müssen erstmal die Klageschrift lesen und prüfen und uns ein Bild machen", sagte ein Konzernsprecher am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP. Er stellte klar: "Wir arbeiten weiter eng mit den US-Behörden zusammen."

VW hatte die Manipulationen im September eingeräumt. Diese reichen demnach bis ins Jahr 2009 zurück. Unabhängig von der jetzigen Klage könnte die Firma auch strafrechtlich verfolgt werden. Sie verhandelt zudem mit den US-Behörden über eine Rückrufaktion.

VW-Abgasskandal: Diese Rechte haben Autofahrer
(felt/ap/REU/AFP)
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