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Technisches Problem
Doppelabbuchungen erschrecken Kunden der Deutschen Bank

Doppelabbuchungen: Deutsche Bank meldet technische Probleme im Online-Banking
FOTO: dpa, fru tba soe
Frankfurt/Main. Die Deutsche Bank hat mit technischen Problemen zu kämpfen. Dabei werden offenbar Beträge von Girokonten doppelt abgebucht. Die Bank selbst spricht von einem "Darstellungsproblem" und verspricht, den Fehler bis Samstagmorgen zu beheben Von Thorsten Breitkopf

"Bei der Deutschen Bank gibt es ein Darstellungsproblem im Online-Banking. Dadurch werden teilweise Einzahlungen und Abbuchungen doppelt gezeigt oder nicht abgebildet", teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit. "Keine dieser doppelt dargestellten Zahlungen ist tatsächlich erfolgt."

Nach Informationen unserer Redaktion sind indes nicht nur die Online-Kunden der Deutschen Bank betroffen. Diverse Kunden des größten deutschen Kreditinstituts berichten davon, dass auf ihren Kontoauszügen die bereits am 1. Juni abgebuchten Beträge am 2. Juni erneut belastet wurden. Dabei kann es auch zu einer Überziehung des Dispositionskredites kommen. Allerdings bittet die Bank auf ihrem Online-Banking-Portal darum, "von Lastschrift-Rückgaben abzusehen".

Durch die falschen Buchungen kann es dazu kommen, dass Deutsche-Bank-Kunden ihr Limit überschreiten und so kein Bargeld an Geldautomaten mehr abheben können. Ein Sprecher der Bank rät betroffenen Kunden, sich an eine bemannte Niederlassung der Bank zu wenden. "Die Mitarbeiter sind darauf eingestellt und haben einen erweiterten Handlungsspielraum bei Überziehungen", sagte der Sprecher des Instituts.

Viele Kunden wandten sich am Freitag besorgt an die Bank. Weil zum Monatswechsel in der Regel höhere Abbuchungen zum Beispiel für Miete, Versicherungen oder Strom fällig werden, rutschten betroffene Konten teilweise ins Minus. Wird dadurch der Dispositionskredit überzogen, sind keine weiteren Abhebungen möglich. Die Bank will auch hier reagieren: "Die Mitarbeiter sind darauf eingestellt und haben einen erweiterten Handlungsspielraum bei Überziehungen", sagte der Sprecher des Instituts.

Kunden beklagten sich auch, bargeldlose Zahlungen zum Beispiel an Tankstellen seien in einigen Fällen nicht möglich. Anderen Kunden wurde dagegen plötzlich ein höherer Kontostand angezeigt.

Das Kreditinstitut versicherte, es werde mit Hochdruck an der Lösung des Problems gearbeitet. "Wir haben alle möglichen Maßnahmen unternommen, um eine schnellstmögliche Korrektur der Abbildung sicherzustellen. Die Kunden selbst müssen nichts unternehmen - die Korrektur erfolgt automatisch."

Darüber hinaus sind laut Deutscher Bank am Freitagabend 98 Prozent der Kundenterminals in Betrieb. Bis auf wenige Ausnahmen sollen aufgrund der vielen Kundenanfragen alle Filialen bis 20 Uhr geöffnet sein. Wie viele Kunden betroffen sind, konnte die Bank zunächst nicht sagen. Die Bank hat nach eigenen  Angaben acht Millionen Privatkunden. Ursache soll kein Hacker-Angriff sein, sondern möglicherweise eine Software-Panne.

Das Geldinstitut versprach am Freitagabend, dass alle Kunden spätestens ab Samstagmorgen, 8 Uhr, ihre Bankgeschäfte wieder vollumfänglich ausführen können. Die Kontosalden im Online-Banking und auf Kontoauszügen an Kundenterminals in den Filialen der Bank würden dann ebenfalls wieder korrekt angezeigt.

Mit Material von dpa und afp

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