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Parfümeriekette
Douglas-Börsengang abgeblasen

Douglas geht nicht an die Börse - Investor CVC übernimmt Mehrheit
Die Parfümeriekette Douglas geht nicht erneut an die Börse. FOTO: dpa, dka vfd tba
Hagen/Frankfurt. Deutschlands größte Parfümeriekette kehrt doch nicht an die Börse zurück. Stattdessen wird sie von einem Finanzinvestor an den anderen weitergereicht. Firmenchef Kreke zeigt sich dennoch optimistisch für die Zukunft des Unternehmens.

Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas hat ihren Börsengang nur wenige Tage nach der Ankündigung wieder abgeblasen. Stattdessen übernimmt der Finanzinvestor CVC Capital Partners die Mehrheit am Unternehmen, wie Douglas und der bisherige Mehrheitsaktionär, der Finanzinvestor Advent, am Montag mitteilten. Die Gründerfamilie Kreke bleibt auch weiterhin an der Parfümeriekette beteiligt - wenn auch "nur" mit 15 Prozent.

Henning Kreke, Douglas-Chef und Vertreter der Gründerfamilie, betonte, die neue Eigentümerstruktur biete die Chance, die Wachstumsgeschichte von Douglas mit einem international erfahrenen Partner fortzuschreiben. Der Börsengang sei im Vergleich nur die zweitbeste Option und werde deshalb nicht weiter verfolgt. Doch bleibe er eine Option für die Zukunft.

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Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben. Die Nachrichtenagentur Dow Jones hatte zuvor unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, CVC bewerte Douglas bei seiner Offerte mit rund 2,8 Milliarden Euro.

CVC-Partner Sören Vestergaard-Poulsen betonte, der Investmentfonds sehe für Douglas noch erhebliches Wachstumspotenzial in Europa. Das Unternehmen solle hier sowohl organisch, als auch durch Zukäufe wachsen. Douglas sei aber auch stark genug, eine globale Marke zu werden. Deshalb werde man auch Wachstumsmöglichkeiten außerhalb Europas prüfen.

CVC hat bereits Erfahrung in der Beauty-Branche. Das Unternehmen erwarb 2007 eine Beteiligung an der auf Schönheits- und Gesundheitsprodukte spezialisierten dänischen Kette Matas und brachte das Unternehmen später an die Börse.

CVC übernimmt nur an der Parfümeriekette die Mehrheit

Der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke als Minderheitsaktionärin hatten Douglas 2013 von der Börse genommen, um das Unternehmen neu auszurichten. Damals hatte das Unternehmen noch fünf Sparten. Neben der Parfümeriekette Douglas gehörten auch der Schmuckhändler Christ, die Buchhandelskette Thalia, der Modehändler AppelrathCüpper und die Süßwarenkette Hussel dazu. Im Zuge der Neuausrichtung wurden inzwischen Christ und Hussel verkauft.

CVC übernimmt ausschließlich die Mehrheit an der Parfümeriekette. Die beiden übrigen, rechtlich inzwischen verselbstständigten Unternehmen - Thalia und AppelrathCüpper - bleiben im Besitz von Advent und der Familie Kreke. Die weiteren Pläne für diese Töchter ließen die Besitzer am Montag offen.

Douglas ist mit 1700 Filialen in 19 Ländern und einem Marktanteil von 17 Prozent nach eigenen Angaben die größte Parfümeriekette Europas. Das Unternehmen beschäftigt über 17.000 Mitarbeiter und machte im Geschäftsjahr 2013/2014 nach eigenen Angaben einen hochgerechneten Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro. Fast zehn Prozent des Geschäfts entfallen dabei inzwischen auf den Online-Handel.

(dpa)
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