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Landesbank: Drei Festnahmen im Liechtensteiner Erpressungsfall

zuletzt aktualisiert: 16.02.2008 - 17:41

Rostock (RPO). Im Fall einer Millionen-Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) sind drei weitere Verdächtige verhaftet worden. Den Männern im Alter von 41, 43 und 50 Jahren wird Beteiligung an gewerbs- und bandenmäßiger Erpressung vorgeworfen, wie Staatsanwalt Peter Lückemann sagte.

Die Festgenommenen stammten aus Lübeck und dem Raum Kiel. Sie sollen Komplizen eines 48-Jährigen sein, der von der Liechtensteiner Bank seit 2005 Schweigegeld in Höhe von rund neun Millionen Euro kassiert und der Bank nach und nach gestohlene Daten zurückgegeben haben soll.

Der mutmaßliche Haupttäter sitzt seit Herbst in Untersuchungshaft. Lückemann betonte, der Fall habe nichts mit der aktuellen Steueraffäre um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel und die Liechtensteiner LGT-Bank zu tun.

Gegen die drei Tatverdächtigen ergingen laut Staatsanwaltschaft am Montag Haftbefehle, die zunächst gegen Auflagen außer Kraft gesetzt wurden. Das Landgericht Rostock setzte sie wieder in Kraft, woraufhin die Beschuldigten verhaftet wurden.

Die Ermittler werfen dem mutmaßlichen Erpresser vor, Geld für Tausende Kontodaten genommen zu haben. Dabei habe es sich vermutlich um die 2.325 Daten gehandelt, die ein Liechtensteiner Bankangestellter im Jahr 2003 aus der LLB geschleust hatte. Der zu sechs Jahren Haft verurteilte Banker habe Kontakt zu dem deutschen Hauptverdächtigen gehabt. Die Bank mit Sitz in Vaduz hatte den Erpressungsfall in der vergangenen Woche öffentlich gemacht.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der 48-Jährige zunächst versucht, die LLB-Kunden mit den Datensätzen zu erpressen, dann habe sich die Bank eingeschaltet. Bisher soll sie laut Staatsanwaltschaft rund 1.600 Daten zurückgekauft haben. Im August 2005 habe der Verdächtige für 7,5 Millionen Schweizer Franken zunächst 700 Daten an die Bank zurückgegeben, im August 2007 für vier Millionen Euro weitere 900 Daten. Den Rest sollte die Bank im August 2009 zurückerhalten, wie Lückemann sagte.

Die Rostocker Ermittler waren dem Verbrechen zufällig auf die Spur gekommen: Der Hauptverdächtige hatte demnach bis 2004 wegen verschiedener Straftaten fast zehn Jahren in Haft gesessen, unter anderem wegen Bankraubs. Der Verbleib der Tatbeute von 1,6 Millionen Mark aus einem Überfall sei unklar gewesen.

Als die Mutter des Verdächtigen im September 2007 rund 1,4 Millionen Euro in Rostock zur Bank bringen wollte, wurden die Ermittlungen aufgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass das Geld aus Liechtenstein stammte. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, bald Anklage gegen den Mann zu erheben.

Quelle: ap

 
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