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Mega-Kooperation in der Autobranche: Dreierbündnis: Renault erwägt Allianz mit GM

zuletzt aktualisiert: 04.07.2006 - 07:53

Paris (rpo). In der Automobilbranche zeichnet sich eine neue Mega-Kooperation ab. Die bereits verbündeten Unternehmen Renault und Nissan zeigen sich zu einer Dreier-Allianz mit US-Konkurrent und Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) bereit.   

Der Verwaltungsrat von Renault sprach sich am Montagabend für Verhandlungen mit General Motors aus, sollte der US-Konzern ein Angebot unterbreiten. Zuvor hatte der Nissan-Verwaltungsrat in Tokio den Weg für erste Gespräche freigemacht. Beide Firmen werden von Carlos Ghosn geleitet. Der Plan für ein mögliches Bündnis war von GM-Aktionär Kirk Kerkorian ins Spiel gebracht worden. Renault, Nissan und der angeschlagene Branchenführer GM würden zusammen mehr als 15 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produzieren.

Der Renault-Verwaltungsrat beschloss am Abend, dass Verhandlungen "für eine mögliche Allianz aufgenommen werden könnten, sollte General Motors einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten", hieß es in einer Erklärung des Gremiums. Der Beschluss folgt damit einem Vorschlag von Renault-Chef Ghosn. Zuvor hatte der Nissan-Verwaltungsrat Ghosn beauftragt, prinzipiell die Möglichkeit einer Allianz in Gesprächen auszuloten.

Monatelange Spekulationen

Nach monatelangen Spekulationen über ein Zusammengehen von Renault und Nissan mit GM war Kerkorians Plan am Wochenende bekannt geworden. Einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News zufolge könnten Renault und sein japanischer Partner jeweils zehn Prozent an GM erwerben. Kerkorian, in Deutschland unter anderem bekannt durch seine Kritik an der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zu DaimlerChrysler, besitzt 9,9 Prozent an General Motors. Nach AFP-Informationen beriet die GM-Spitze bereits Freitagabend in einer Telefonkonferenz über den Allianzplan. Kerkorians Idee sei ein "ernsthafter Vorschlag, den wir ernst nehmen müssen", sagte ein GM-Insider.

Renault und Nissan sind bereits seit 1999 miteinander verbunden. Derzeit halten die Franzosen im Rahmen einer Überkreuz-Beteiligung 44,4 Prozent an Nissan und die Japaner 15 Prozent an Renault. Seit einem Jahr haben beide Anbieter in Ghosn auch einen gemeinsamen Chef für mehr als 300.000 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr verkauften Renault und Nissan rund um den Globus zusammen etwa 6,1 Millionen Fahrzeuge und kamen bei einem Weltmarktanteil von fast zehn Prozent auf Rang vier hinter GM, Toyota und Ford. Der von großen Pensionslasten gebremste US-Autobauer fuhr im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von mehr als zehn Milliarden Dollar ein (mehr als acht Milliarden Euro).

Laut Analysten von Morgan Stanley birgt eine Ausweitung der Allianz Renault-Nissan für Ghosn gleichzeitig Chancen und Risiken. So könnte sich der als Sanierer bekannte Firmenchef um die Neuausrichtung von GM kümmern; dabei müsste er sich aber wohl vom Renault-Konzern abwenden, bei dem er gerade erst einen ehrgeizigen Umstrukturierungsplan bis 2009 eingeleitet hatte. Noch sei es "zu früh zu sagen, ob eine solche Allianz für die Renault-Aktionäre Früchte tragen könnte - oder ob ihr Geld vergeudet" werde, hieß es.

Quelle: afp

 
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