Konkurrenz für Apotheken: Drogeriekette Rossmann will Medikamente verkaufen
zuletzt aktualisiert: 12.08.2006 - 11:03München (rpo). Die Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken zum niederländischen Versandhändler DocMorris sorgt für Bewegung im Arzneimittelgeschäft. Die Drogeriekette Rossmann hat angekündigt, in ihren Filialen Medikamente zu verkaufen, sobald es die Rechtslage erlaubt. Experten gehen davon aus, dass das Apothekenrecht in Kürze grundsätzlich reformiert wird.
"Wir würden sofort starten, sobald es die Rechtslage erlaubt", kündigt ein Unternehmens-Sprecher im Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge an. Rossmann ist nach eigenen Angaben die drittgrößte deutsche Drogeriemarktkette. Sie betreibt in Deutschland 1200 Märkte.
Das Landgericht Saarbrücken hatte am Mittwoch entschieden, dass das niederländische Unternehmen DocMorris seine deutschlandweit erste Filiale in Saarbrücken vorerst weiter betreiben darf. Nach Auffassung von Apothekervertretern ist die Zulassung einer Kapitalgesellschaft zum Betrieb von Apotheken nach deutschem Recht aber nicht erlaubt. Das saarländische Gesundheitsministerium hatte die Zulassung dagegen mit dem europäischen Recht auf Niederlassungsfreiheit begründet.
Die saarländische Landesregierung geht unterdessen davon aus, dass das Apothekenrecht auf Bundesebene reformiert wird. "In einem halben Jahr wird das Bundesgesundheitsministerium gezwungen sein, das deutsche Apothekenrecht zu ändern", sagte der saarländische Sozialminister Josef Hecken (CDU) dem "Focus".
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