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Arbeitsplätze in Gefahr: Druck auf Landesbanken wächst

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008 - 09:20

Frankfurt/Main (RP). Der Konsolidierungswelle unter den deutschen Landesbanken werden vermutlich noch einmal Tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Mindestens jeder zehnte Job werde auf Dauer wegfallen, hieß es in Bankenkreisen.

Das würde bedeuten, dass auf jeden Fall 5000 bis 5500 Stellen gestrichen werden müssten. Auf 300 Millionen bis 500 Millionen Euro bezifferte gestern Heinrich Haasis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, das Sparpotenzial bei den deutschen Landesbanken. Allerdings beinhaltet diese Rechnung sowohl Personal- als auch Sachkosten.

Haasis sagte, ein Stellenabbau sei auch unvermeidlich, wenn alles beim Alten bliebe. Aber dann gäbe es nicht mal ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell bei den Instituten. Genau das wird den Landesbanken aber abverlangt. In dem Schreiben, das die Finanzaufsicht Bafin mehreren Instituten geschickt hat, ist sie nach Informationen aus Bankenkreisen "sehr, sehr deutlich" geworden. Und: "Der politische Druck wird jetzt riesengroß, da gibt es einen ganz engen Schulterschluss zwischen der Kanzlerin und dem Finanzminister", heißt es.

Die Bafin bemängelt die zu geringe Eigenkapitalausstattung der Institute. Die liegt zwar derzeit noch im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Das Kapital könnte allerdings noch einmal deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn im nächsten Jahr alle Auswirkungen der Finanzkrise für 2008 auf dem Tisch lägen.

Die Banken seien eindringlich aufgefordert worden, das Rettungspaket anzunehmen, verlautet aus Berlin. Allerdings sperren sich einige Länder weiterhin gegen Zwangsfusionen. Die NordLB, die dies schon in der vergangenen Woche getan hatte, sieht sich im Norden und Osten gut aufgestellt und hält eine Fusion nicht für nötig. In Baden-Württemberg, so heißt es aus dem politischen Umfeld, bestehen Bedenken gegen ein Dreier-Bündnis der Stuttgarter Landesbank LBBW.

Der Zweier-Pakt mit der BayernLB, über den seit Monaten spekuliert werde, sei zwar von vielen gewünscht, aber eine Einbeziehung von Teilen der WestLB stoße nach dem Desaster des vergangenen Jahres auf große Vorbehalte.

Damals hatten die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen die LBBW als Wunschpartner für die WestLB auserkoren, bis die Landesregierung diesem Bündnis eine Absage erteilte und stattdessen eine Allianz mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) favorisierte. Die scheiterte dann am Widerstand der hessischen Sparkassen.

Nordrhein-Westfalen will den Fonds zur Abschirmung der WestLB-Risiken mit einem Nachtragshaushalt für 2008 um 430 Millionen auf 525 Millionen Euro aufstocken und einen Sonderfonds für die Kosten auflegen, die aus dem Rettungsprogramm des Bundes entstehen. In diesen Fonds sollen zunächst etwa 185 Millionen Euro gepumpt werden.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier.

Quelle: RP

 
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