Zahlung ausgeblieben: Druck des Quelle-Katalogs gestoppt
zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 - 11:30Freudenstadt/München (RPO). Trotz des Notkredits für den Fürther Versandhändler Quelle verweigert eine Druckerei die Auslieferung des neuen Katalogs. Die Maschinen stünden im Moment still, sagte ein Sprecher der Druckereigruppe Schlott am Freitag auf ddp-Anfrage im baden-württembergischen Freudenstadt.
Quelle habe den Druck noch nicht bezahlt. Die Arcandor-Tochter Quelle geht davon aus, bis Mitte nächster Woche zahlungsfähig zu sein.
Quelle lässt rund acht Millionen Exemplare von dem Katalog drucken, der für das Unternehmen eine entscheidende Rolle spielt. Etwa ein Drittel druckt Schlott, rund zwei Drittel die Druckerei Prinovis, in geringem Umfang ist zudem auch die Druckerei Print-Forum beteiligt.
Schlott und Print-Forum hätten nun einen Eigentumsvorbehalt in Bezug auf vorproduzierte Bögen geltend gemacht, erklärte Prinovis. Prinovis hätten diese weiterverarbeiten sollen, hätte nun aber auch die Arbeiten am Katalog auszusetzen müssen.
Der Vorstandschef der Schlott-Gruppe, Bernd Rose, sagte "Focus Online", er habe damit gerechnet, spätestens am Donnerstag Geld zu sehen. "Wir machen uns Sorgen, dass wir am Schluss doch auf unseren Rechnungen sitzen bleiben."
Zwar gebe es eine feste Abmachung mit dem Quelle-Insolvenzverwalter, dass der Katalog sofort bezahlt werde, wenn der vom Staat bewilligte Massekredit geflossen sei, sagte Rose. Er befürchte aber, dass das Staatsgeld für andere Zwecke gebraucht werde.
Rose zufolge stapeln sich derzeit "zwei bis drei Millionen" Katalogexemplare in den Werkshallen. Doch noch sei kein Katalog aus Schlotts Produktion in Freudenstadt an den Endkunden gegangen. Insgesamt gehe es um Produktionskosten von mehr als 20 Millionen Euro.
Ein Sprecher des vorläufigen Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg sagte "Focus Online", die Kreditverträge mit den Banken seien noch nicht unter Dach und Fach. Quelle werde wahrscheinlich erst "Anfang bis Mitte nächster Woche" wieder flüssig sein. Ähnlich äußerte sich am Freitag ein Quelle-Sprecher. Er zeigte Verständnis für die Unsicherheit der Geschäftspartner, warb aber zugleich um Vertrauen. Es dauere etwas, bis alle Formalitäten erledigt seien. "Das Geld wird fließen."
Bund und Länder hatten sich am Montagabend auf die Vergabe eines Kredits über 50 Millionen Euro an Quelle geeinigt. Die Europäische Kommission hatte am Dienstag grünes Licht gegeben.
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