Börsengang der Deutschen Post als Eisbrecher: DSW: Kleinanleger haben Börsen-Aufschwung verpasst
zuletzt aktualisiert: 04.11.2003 - 12:33Düsseldorf (rpo). An der Börse regieren die Bullen wieder. Privatanleger haben die Erholung auf dem Wertpapiermarkt aber verschlafen, sagt die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).
Inzwischen wachse aber wieder das Interesse an der Aktie, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag in Düsseldorf. Privatanlegern, die jetzt noch einsteigen wollen, empfahl er "große Werte", die in den Indizes vertreten seien und auch eine gute Dividendenrendite vorweisen könnten.
Neuen Schwung für das Geschäft mit der Aktie erhofft sich die DSW vom für den Herbst 2004 geplanten Börsengang der Postbank. Dies könne ein Eisbrecher für weitere Börsengänge sein, sagte Hocker.
Auf ihrer Jahres-Pressekonferenz forderten die Aktionärsschützer eine größere rechtliche Verantwortlichkeit der Aufsichtsratsmitglieder für ihr Handeln.
Hintergrund ist der Fall des ver.di-Chefs und Lufthansa-Aufsichtsrats Frank Bsirske, der auf der jüngsten Lufthansa-Hauptversammlung nicht entlastet worden war, weil er mitverantwortlich war für Organisation von Streiks an den Flughäfen Frankfurt und München war.
Die Nicht-Entlastung habe keinerlei Folgen für Bsirske gehabt, klagte Hocker. Der Aktionärsschützer forderte deshalb eine rasche Nachbesserung des Corporate Governance Kodex. "Für den Fall, dass ein Aufsichtsratsmitglied nicht entlastet wird, muss das Unternehmen verpflichtet sein, eventuelle Schadensersatzansprüche zu überprüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung muss der Hauptversammlung berichtet werden", verlangte der Hauptgeschäftsführer.
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