Luftfahrt- und Rüstungskonzern: EADS gibt Gebot für US-Tankflugauftrag ab
zuletzt aktualisiert: 09.07.2010 - 07:53Paris (RPO). Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat als erster ein Gebot für den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Luftwaffe abgegeben. Noch einen Tag vor Fristende sei ein Angebot eingereicht worden, teilte EADS Nordamerika mit.
Zuvor hatte es viel Trubel um die Bewerbung gegeben, zwischenzeitlich hatte sich EADS sogar zurückgezogen, weil sich der Konzern mit seinem früheren Partner Northrop Grumman gegenüber dem US-Rivalen Boeing benachteiligt fühlte.
Es wird davon ausgegangen, dass Boeing am Freitag ins Bieterrennen einsteigt. Auch das nordamerikanische Unternehmen U.S. Aerospace hat gemeinsam mit dem ukrainischen Flugzeugbauer Antonow Interesse signalisiert.
Der US-Auftrag hat ein Volumen von 35 Milliarden Dollar. Es ist bereits der dritte Anlauf für die Vergabe des Baus von 179 Tankflugzeugen. EADS offeriert sein Flugzeug KC-45 auf Basis des A330. "Unseres ist das einzige in dieser Ausschreibung angebotene Flugzeug, das bereits fliegt und die gesamte Palette von Empfängerflugzeugen betankt", sagte der EADS-Nordamerika-Chairman Ralph Crosby. Man sei von den überlegenen Fähigkeiten der KC-45 überzeugt und wolle die Ausschreibung zu einem erfolgreichen Ende führen.
Analysten zufolge lässt sich EADS mit seiner Teilnahme an dem Bieterwettbewerb auf einen harten Kampf ein. Die KC-45 ist beispielsweise größer und der Betrieb teurer als der der 767, die wohl von Boeing angeboten wird. Zudem ist der US-Rüstungsmarkt sehr lukrativ und allein deswegen heiß umkämpft. U.S. Aerospace hatte bereits angekündigt, ein deutlich niedrigeres Angebot als die beiden Rivalen vorlegen zu wollen.
Bericht zu US-Beihilfen für Boeing verzögert sich
Im Streit über US-Beihilfen für Boeing müssen die Beteiligten länger auf den vertraulichen WTO-Zwischenbericht warten. Dieser werde erneut verschoben, teilte die Welthandelsorganisation am Donnerstag mit. Der Bericht war für den 16. Juli erwartet worden. Jetzt soll er nach Angaben aus der Europäischen Union spätestens Mitte September vorliegen. In der vergangenen Woche hatte die EU bereits einen Rückschlag in dem Beihilfestreit erlitten: Die WTO hatte die EU und mehrere Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, aufgefordert, illegale Exportsubventionen an Airbus umgehend zu streichen.
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