Auftragsrennen für Tankflugzeuge: EADS: Kein Preisnachlass für US-Luftwaffe
zuletzt aktualisiert: 18.07.2010 - 11:53London (RPO). Der europäische Flugzeugbauer Airbus will seinen Rivalen Boeing im Ringen um einen Großauftrag der US-Luftwaffe eigenen Angaben zufolge nicht mit einem Preisnachlass ausstechen. "Wir wollen Geld verdienen", erklärte der Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Louis Gallois.
EADS verliere lieber den Auftrag als Geld, sagte Gallois am Sonntag im Vorfeld der bedeutenden internationalen Luftfahrtmesse im britischen Farnborough. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Montag vergangener Woche unter Berufung auf Industriekreise berichtet, die neue EADS-Offerte für den Auftrag liege mindestens zehn Prozent unter dem Angebot, das der Konzern bei der vorherigen Ausschreibung 2008 eingereicht hatte.
EADS und Boeing streiten seit Jahren um das Milliarden-Geschäft um den Bau von 179 Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe. Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen, in einem zweiten Verfahren setzten sich EADS mit dem Partner Northrop Grumman durch. Beide Vergabeverfahren wurden allerdings annulliert, der Auftrag jeweils neu ausgeschrieben. Boeing und Airbus reichten vergangene Woche neue Angebote ein, eine Entscheidung soll im November fallen.
Gallois sagte vor Journalisten, Airbus berechne seine Preise anhand von Profitabilitätszielen. Die Preise seien aber wettbewerbsfähig. Er erwarte vom US-Verteidigungsministerium eine "faire" Entscheidung. Das Pentagon habe bislang gezeigt, dass ihm an Wettbewerb gelegen sei, um das beste Produkt und den besten Preis zu erhalten.
Airbus-Verkaufschef John Leahy kündigte an, bei der am Montag beginnenden Luftfahrtmesse von Farnborough bei London werde es bedeutende neue Aufträge für sein Unternehmen geben. "Sie werden überrascht sein über die Ankündigungen, die wir machen werden", sagte er zu Journalisten. Angaben zu möglichen Kunden machte er aber nicht. Bei der letzten Ausgabe der Messe hatte Airbus 256 Aufträge im Wert von insgesamt 40,5 Milliarden Dollar (31,3 Milliarden Euro) erhalten. Im Juni bestellte die Fluggesellschaft Emirates während der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin 32 Exemplare des neuen Großraumfliegers A380 im Wert von 11,5 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro).
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