Mit vollem Schub aus der Krise: EADS schreibt wieder schwarze Zahlen
zuletzt aktualisiert: 09.03.2011 - 09:13Leiden (RPO). Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat im vergangenen Geschäftsjahr dank des Aufschwungs in der zivilen Luftfahrt wieder einen Gewinn verbucht. Wie der Konzern am Mittwoch im niederländischen Leiden mitteilte, stieg der Umsatz um 7,0 Prozent auf 45,8 Milliarden Euro.
Das Konzernergebnis verbesserte sich von minus 763 Millionen auf plus 553 Millionen Euro. Der Auftragsbestand stieg zum Ende des Jahres um 15 Prozent auf 458,5 Milliarden Euro.
Die Ergebnisse seien unterstützt worden durch das gesamtwirtschaftliche Umfeld, das sich stärker erholt habe als erwartet, erklärte EADS. Die institutionellen Märkte - einschließlich des Hubschraubersektors sowie der Verteidigungs- und öffentlichen Haushalte - müssten hingegen noch aufmerksam beobachtet werden.
Der Konzern verwies auch auf potentielle Risiken, die sich aufgrund der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise und des Flugverkehrs in Nordafrika sowie durch die anhaltenden Währungsunsicherheiten ergeben könnten.
EADS habe 2010 erhebliche Fortschritte erzielt, sagte Konzernchef Louis Gallois. "Die Risiken im A400M-Programm wurden erheblich reduziert, und die A380-Produktion läuft stetig besser", fügte er hinzu. Die Bestellungen von Zivilflugzeugen hätten die Erwartungen übertroffen.
Zudem plant der Konzern noch in diesem Jahr eine größere Übernahme. "Wir sind zuversichtlich, dass 2011 etwas passieren wird", sagte Finanzvorstand Hans Peter Ring am Mittwoch in München. EADS habe konkrete Vorstellungen und sei in Kontakt mit Unternehmen auch "in der westlichen Hemisphäre, jenseits des Atlantiks".
Die Kasse sei mit 11,9 Milliarden Euro gut gefüllt. Wenn sich die Gelegenheit biete und der Preis stimme, könnte EADS zugreifen, sagte Ring.
Bisher trägt Airbus zwei Drittel zum Konzernumsatz bei. Um die Abhängigkeit vom zivilen Luftfahrtgeschäft zu verringern, will EADS schon seit langem seine Rüstungs- und Raumfahrtsparten stärken.
EADS beschäftigte Ende vergangenen Jahres 121.691 Menschen. Zum Konzern gehören die Divisionen Airbus, Astrium, Cassidian und Eurocopter.
Großbestellung bei Airbus aus China
Wie die EADS-Tochter Airbus am Mittwoch in München mitteilte, hat die chinesische Fluggesellschaft Cathay Pacific bei Airbus 15 Flugzeuge des Typs A330 zum Listenpreis von 2,5 Milliarden Euro bestellt. Die Maschinen sollen in zwei Jahren ausgeliefert werden.
Am Vorabend hatte die Leasinggesellschaft ILFC zehn Großraum-Airbus A380 für 2,7 Milliarden Euro abbestellt und stattdessen 100 Airbus A320 neo für 6,8 Milliarden Euro bestellt.
Seit Januar hatten die koreanische Fluggesellschaft Asiana und die japanische Skymark bereits zehn A380 bestellt. Ein bis zwei weitere Bestellungen seien bis Juni in Aussicht, sagte ein Airbus-Sprecher.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
