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Edeka supermarkt panorama ddp
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Neue Spitzel-Affäre: Edeka ließ offenbar Mitarbeiter ausspionieren

zuletzt aktualisiert: 29.11.2009 - 20:06

München/Hamburg (RPO). Die deutsche Wirtschaft ist offenbar um eine neue Spitzelaffäre reicher. Einem Medienbericht nach lässt die Supermarktkette Edeka ihre Mitarbeiter seit Jahren durch Detekteien überprüfen. Das gehe aus internen Geschäftspapieren hervor.

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Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, spionierten Privatdetektive Angestellten der bundesweit 32 Edeka-Simmel-Filialen in Sachsen, Thüringen und Bayern systematisch hinterher. Edeka kündigte derweil eine Prüfung der Vorwürfe an.

"Die Hamburger Edeka-Zentrale hat die Darstellung des Magazins 'Focus', das über vermeintliche Bespitzelungsversuche von Mitarbeitern beim Edeka-Unternehmer Peter Simmel berichtet hatte, heute zur Kenntnis genommen und wird die darin erhobenen Behauptungen schnellstmöglich aufklären", teilte das Unternehmen am Abend in Hamburg mit. Die Prüfung der Vorgänge habe bereits begonnen. Aufsichtsratsvorsitzender Peter Simmel sicherte zu, dass er "die Widerlegung der vom 'Focus' erhobenen Vorwürfe aktiv und transparent angehen" wolle.

Dem Magazin zufolge führten Detektive nicht nur heimlich Hausvisiten bei krankgemeldeten Mitarbeitern durch, sondern filzten auch Privatautos von Mitarbeitern. Aus Verträgen und einer Arbeitsanweisung vom 12. Januar 2009 gehe hervor, dass bis zu 20 Wagen pro Woche kontrolliert worden sind. Weigerten sich die Betroffenen, den Wagen zu öffnen, "drohen wir damit, die Polizei zu rufen und verweisen darauf, dass dieses sicherlich arbeitsrechtliche Konsequenzen haben werde", habe ein Detektiv dem Magazin berichtet.

Die Münchner Arbeitsrechtlerin Dorthee Wilcke sagte, dass der Wink mit der Kündigung auf eine "strafbare Nötigung hinauslaufen" könnte. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte zudem Passagen der Arbeitsverträge für Simmel-Beschäftigte als "rechtswidrig". Demnach sei eine tägliche fristlose Kündigungsmöglichkeit binnen sechs Monaten im Einzelhandel in Bayern verboten.

Zudem vergüte der Unternehmer Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Überstunden mit Warengutscheinen, die ausschließlich in Simmels Edeka-Märkten eingelöst werden könnten. "Warengutscheine können als Lohnersatz nicht beitragsfrei erbracht werden", sagte Dirk Bühl von der deutschen Rentenversicherung Bund dem Magazin. ver.di-Fachabteilungsleiter Hubert Thiermeyer kündigte an: "Wir werden Anzeige erstatten und den Vorgang an die Prüfbehörden weiterleiten."

In der Vergangenheit war bereits der Discounter Lidl in die Schlagzeilen geraten, unter anderem wegen der Kameraüberwachung von Mitarbeitern sowie der Sammlung von Krankendaten.

Quelle: DDP/pst

 
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