Kommentar: Ein Schlag für Merkel
VON EIN KOMMENTAR VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 04.11.2009 - 11:37Berlin (RP). So nah liegen Triumph und Niederlage beieinander. Kanzlerin Angela Merkel hat Dienstag die Rede ihres Lebens vor dem US-Kongress gehalten. Nur wenige Stunden später verkündete der Verwaltungsrat von General Motors in Detroit im gleichen Land, dass der US-Autokonzern seine deutsche Tochter Opel behalten wird.
Das Schicksal des Rüsselsheimer Mittelklassewagen-Herstellers hat Merkel zur Chefsache gemacht. Sie ist damit nun gescheitert. Doch das politische Debakel muss nicht unbedingt in ein wirtschaftliches münden. Es stand immer zu befürchten, dass der Autozulieferer Magna mit seiner mangelnden Erfahrung im großen Spiel der Mega-Konzerne zuviel verspricht und am Ende doch klein beigeben muss. Das hätte den Steuerzahler 4,5 Milliarden Euro gekostet. Einher gegangen wäre ein kostenloser Technologietransfer zu den russischen Geldgebern von Magna, womöglich zu Lasten der deutschen Beschäftigten.
Jetzt muss General Motors die Verantwortung für die deutsche Tochter übernehmen. Das Image des Autobauers steht auf dem Spiel. Denn das US-Unternehmen hat sich bislang nicht gerade durch weitsichtige Entscheidungen hervorgetan. Auch das Gezerre mit der Bundesregierung war eines Weltkonzerns unwürdig. Darüber ist Berlin zu Recht sauer. Mit weiteren Geldspritzen sollte das neue Kabinett Merkel-Westerwelle deshalb extrem vorsichtig sein. Das Schicksal Opels liegt nun in den Händen Detroits.
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