kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

DGB-NRW-Chef Guntram Schneider: Eine Chance für Nokia Bochum

zuletzt aktualisiert: 26.01.2008 - 09:48

Düsseldorf (RP). Guntram Schneider, DGB-Vorsitzender von NRW, sprach mit unserer Redaktion über die Nokia-Krise, "Karawanen-Kapitalismus", die Linkspartei, Hessen-Wahl und sein Verhältnis zu Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Herr Schneider, sehen Sie noch Chancen für Nokia in Bochum?

Schneider Sicher. Ich glaube, dass Nokia sich mit dem Wechsel nach Rumänien verrechnet. Dort herrscht Vollbeschäftigung. Die Qualifizierten arbeiten fast alle im Ausland. Nokia sollte Wege finden, um die Produktivität des Standorts Bochum zu erhöhen. Wenn Nokia nicht einlenkt, werden wir den Druck erhöhen.

Wie?

Schneider Es gibt eine enorme Solidarität mit den Beschäftigten. Wir erleben eine Mobilisierung wie seit langem nicht mehr. Wenn die Finnen sich nicht bald bewegen, dann kann das so dramatisch werden wie bei dem Massenprotest in Rheinhausen 1987. Solch ein Flächenbrand wäre ein Imageschaden, den sich Nokia nicht leisten kann.

Kann die Politik den „Nokianern“ noch helfen?

Schneider Ich erwarte, dass das Land NRW eine Bundesratsinitiative einbringt, die die Schließung von Standorten erschweren soll. Die Kosten für Sozialpläne müssen höher werden. Wir brauchen mehr Mitbestimmung. Für Standortschließungen sollte eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat gesetzlich vorgeschrieben werden.

Haben Sie schon - wie SPD-Chef Kurt Beck - Ihr Handy zertrümmert?

Schneider Ach was. Das ist billige Show. Ein Boykott hilft den Beschäftigten nicht.

LEG, Nokia, WestLB - war es das mit dem Aufschwung?

Schneider Schwieriger wird es in jedem Fall. Für den Finanzminister wird es enger. Aber ich kann nicht unterpreisig die LEG verticken wollen, um die WestLB zu retten. Das wäre ja absurd. Da muss sich Herr Linssen mal was anderes einfallen lassen. Insgesamt sind die Verhältnisse aber nicht so schlecht. NRW ist ein Mittelstandsland.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sprach von Karawanenkapitalismus. Hat Sie das überrascht?

Schneider Nö. Das entspricht ja unseren Erfahrungen, gerade in NRW. Da ist die Textilindustrie auch dem Markt hintergewandert.

Oskar Lafontaine sagt, die Kamele für den Karawanen-Kapitalismus seien die Parteien. Wie finden Sie das?

Schneider Das ist doch Quatsch. Wenn man den Begriff schon verwendet, dann sind die Konzerne die Kamele. Im Übrigen sind Kamele gar nicht dumm. Die halten auch durch, haben ein großes Widerstandspotenzial. Da soll sich der Herr Lafontaine mal nicht vertun.

Werden die Entwicklungen bei Nokia der Linkspartei einen Schub geben?

Schneider Nein. Wenn es so wäre, müsste die PDS in allen Krisengebieten dazugewinnen.

In den NRW-Städten soll es Links-Bündnisse gegen CDU-Bürgermeister geben. Ein Tabu-Bruch?

Schneider Die Gewerkschaften haben ein Interesse an arbeitsfähigen Mehrheiten auf kommunaler Ebene. Wir müssen wissen, woran wir sind. Wenn sich solche Bündnisse entwickeln, dann nicht in erster Linie aus parteipolitischen Gründen, sondern um trotz des neuen Wahlrechts zu bestehen.

In Bochum wurden Rufe nach Oskar Lafontaine laut.

Schneider Lafontaine ist ein ganz normaler Fraktionsvorsitzender einer Partei der Opposition. Ich bin dagegen, ihn zu dämonisieren. Davon lebt er ja auch ein Stück weit. Und wenn er jeden Tag das Gewerkschaftsprogramm aufsagt, kann ich darüber nicht unglücklich sein.

In Hessen wird gewählt. Kann NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft sich etwas von ihrer Parteifreundin Andrea Ypsilanti abgucken?

Schneider Das Kopf-an-Kopf-Rennen ist Hessen zeigt, dass sich auch Jürgen Rüttgers nicht zu sehr in Sicherheit wiegen sollte. Die Schulpolitik ist jedenfalls nicht wahlentscheidend. Es wird darum gehen, wer beim Thema soziale Gerechtigkeit glaubwürdiger ist.

Wolfgang Clement hat davon abgeraten, in Hessen SPD zu wählen.

Schneider Es ist unerträglich, dass jemand, der weiß, wie Politik tickt, sich eine Woche vor einer Wahl auf diese Weise äußert. Das ist ganz klar parteischädigend. Wenn der Mensch noch ein Minimum an politischer Kultur in sich trägt, tritt er aus.

Jürgen Rüttgers hat gesagt, er sei der Vorsitzende der Arbeiterpartei in NRW. Wie ist Ihr Verhältnis?

Schneider Ich weiß nicht wie oft er das schon bedauert hat. Ich komme mit Rüttgers ganz gut aus. Aber nicht vergessen, was man uns in der ersten Hälfte der Legislatur angetan hat. Wer abbricht muss auch wieder aufforsten. Das werden wir deutlich machen.

Gerhard Voogt und Ulrike Winter fassten das Gespräch zusammmen.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Forscher entdecken riesiges Manganfeld in Tiefsee

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Meeresforscher haben im deutschen Lizenzgebiet des Pazifik ein großes Vorkommen an Manganknollen entdeckt. mehr 

Dax verliert im Mai mehr als sieben Prozent

Auch am Donnerstag im Minus

Dax verliert im Mai über sieben Prozent

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag von seinem Vortages-Kursrutsch nicht erholen können. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Auch am Donnerstag im Minus

Dax verliert im Mai über sieben Prozent

Ratingagentur senkt den Daumen

Fitch stuft acht spanische Regionen herab

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
237 Abgeordnete haben sich für 16. Wahlperiode eingefunden

237 Abgeordnete

NRW-Landtag konstituiert sich neu

In Nordrhein-Westfalen ist der neue Landtag zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl zusammengekommen. mehr

 
Die Kombo zeigt einige KandidatInnen für den Parteivorsitz der Partei Die Linke: (oben von links) Katja Kipping, Katharina Schwabedissen und Bernd Riexinger. (unten von links) Dietmar Bartsch, Sabine Zimmermann und Dora Heyenn.

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Im Machtkampf der Linken hat die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping eine Doppelspitze mit Bernd Riexinger abgelehnt. mehr

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 

Nahostreise des Bundespräsidenten

Gauck fordert zu Friedensgesprächen auf

 
 

Klage gegen Bundesregierung

EU will Deutschland zum Wassersparen zwingen

 

Nach Selbstverbrennung in Lhasa

China startet Verhaftungswelle in Tibet

Strom-Rechner

kWh
vergleichen