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Elektromobilität
Die Streetscooter der Post sind bei anderen Firmen gefragt

Elektor-Autos: Die Streetscooter der Post sind bei anderen Firmen gefragt
Mit ihren elektrischen Streetscootern ist die Post Vorreiter in Sachen E-Mobilität. FOTO: Jörg Knappe
Bonn/Aachen. Der gelbe Streetscooter der Post kommt immer besser in Fahrt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Waggonfabrik in Aachen soll die Produktion massiv ausgebaut werden. Dabei zeigt der Logistikriese der Autowelt, wie Elektromobilität geht.

Er kommt auf leisen Sohlen daher, ist flink, wendig, umweltfreundlich und ein Zusteller der besonderen Art: Der elektrogetriebene Transporter der Deutschen Post, kurz Streetscooter genannt, gehört zu den Lieblingsprojekten von Jürgen Gerdes. Der umtriebige Manager aus dem Unternehmensvorstand der Post, verantwortlich für Briefe, eCommerce und Pakete, hat Großes vor.

Der gesamte Fuhrpark des gelben Riesen um Paket- und Briefzustellung soll mittelfristig auf E-Transporter umgestellt werden. Bis zu 70 000 Fahrzeuge könnten das einmal werden. "Wir sind Betreiber einer der größten Fahrzeugflotten in Deutschland", erklärt Gerdes. Und die müssten mehr und mehr emissionsfrei werden.

Massenproduktion der Streetscooter soll folgen

Wird die Deutsche Post  jetzt auch ein Autobauer? Konzernchef Frank Appel winkt ab: Ein Automobilkonzern wolle die Post nicht werden. Aber er sei überzeugt von dem Produkt, sagte er vor wenigen Wochen, als der Streetscooter als Vorreiter für den Klimaschutz mit dem ersten Preis der "Klima-Expo NRW" ausgezeichnet wurde.

Noch ist das Fertigungsvolumen überschaubar, aber das Unternehmen will schon bald ein größeres Rad drehen. Nach dem Start der Serienfertigung folgt die Massenproduktion. Dort, wo einst Schienenfahrzeuge der Firma Talbot hergestellt wurden, laufen heute Streetscooter vom Band. Derzeit baut die Post die Kapazität aus - eine Stückzahl 10.000 Autos pro Jahr soll bald möglich werden.

Rund 2000 dieser Fahrzeuge möchte die Post am Jahresende im Einsatz haben. Danach geht es Schlag auf Schlag. "Im Moment brauchen wir die Produktionskapazitäten für uns selbst", sagte Gerdes und deutet an, wohin die Reise geht. Geschäftskunden im In- und Ausland sind potenzielle Abnehmer.

Aachener Start-up liefert das E-Fahrzeug mit wenig Schickschnack

Es gebe bereits Nachfragen von Firmen, aber auch von Kommunen, die ihre städtischen Fahrzeugflotten umstellen und die wachsende CO2-Belastung in den Innenstädten reduzieren wollen. "Derzeit prüfen wir einige Rahmenkonditionen wie die Garantiebedingungen", verriet Gerdes unlängst dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Dass der Streetscooter auf einer Erfolgswelle schwimmt, wohingegen die Autobauer mit Elektromobilität nur schleppend voran kommen, hat vor allem einen Grund: Die Post benötigte einen einfachen, preiswerten und funktionalen E-Lieferwagen, ohne viel Schnickschnack und Design. Während Gerdes bei den Autobauern auf taube Ohren stieß, wurde er beim Start-up Streetscooter in Aachen fündig. Gemeinsam mit Instituten der Uni RWTH entwickelten die Firmengründer Achim Kampker und Günther Schuh dann Elektrofahrzeuge nach den Vorgaben der Post.
Vor zwei Jahren übernahmen das Unternehmen die Streetscooter GmbH vollständig.

In der Paketzustellung ist aber auch die Konkurrenz mit E-Fahrzeugen Ball - ob UPS, Hermes oder DPD. Doch keiner tüftelt so intensiv wie die Post an Eigenentwicklungen. Sie setzen vielmehr auf Partner der Autobranche. Über eine Testphase mit E-Fahrzeugen der Autohersteller sei die Zustellung bisher aber noch nicht hinaus gekommen, heißt es beim Paketdienstleister DPD. Es mangelt vor allem an eines: An passenden Fahrzeugen.

(rent/dpa)
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