DIW-Chef für Mehrwertsteuer-Erhöhung: Empörung über 25-Prozent-Forderung
zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 - 14:40Berlin (RPO). Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, plädierte im Gespräch mit unserer Redaktion für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent. Der Deutsche Gewerkschaftsbund reagierte umgehend. Die Kritik: So müsse der kleine Mann für die Kosten der Krise geradestehen.
"Ich plädiere dafür, die Mehrwertsteuer ab 2011 um bis zu sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent anzuheben", sagte Zimmermann im Interview mit unserer Redaktion.
Zur Begründung führte er an: "Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen." Dieser Steuersatz sei in Skandinavien bereits üblich. Würde eine solche Steuererhöhung jetzt schon angekündigt, dann "ziehen die Bürger viele Käufe vor, was in der Krise den Konsum ankurbelt", sagte Zimmermann.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reagierte mit harscher Kritik. Zimmermann wolle offensichtlich "Geringverdiener, Rentner und Arbeitslose für die Kosten der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zahlen lassen", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki. "Das ist mit den Gewerkschaften nicht zu machen", hob er hervor.
Der DGB fordere, dass die Verursacher der Krise für die Kosten aufkommen müssten. Der DGB verlange daher unter anderem einen Lastenausgleich in Form einer Vermögensabgabe, höhere Spitzensteuersätze sowie eine Finanztransaktionssteuer.
Auch viele unserer Leser haben kein Verständnis für Zimmermanns Idee. Ein User namens "Gerdjürgen" stößt ins gleiche Horn wie die Gewerkschafter: "Ob die, die oft schon heute kaum über die Runden kommen, eine weitere Erhöhung ihrer Kosten um 6 Prozent verkraften, ist fraglich." Ein User mit dem Nickname "williwaw" gibt zu bedenken, Zimmermann vergesse leider zu sagen, dass zum Beispiel in Schweden mit dieser hohen Umsatzsteuer das Krankensystem bezahlt wird". Ganz schwarz sieht bereits einen Nutzerin namens Rosa Canina. "Ich denke, das ist erst der Anfang der angedachten Steuererhöhungen", so ihre Übertzeugung.
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